So, 19. November 2017

Prozess vertagt

30.11.2009 10:48

Türke gesteht Eifersuchtsmord mit 25 Messerstichen

Ein 31-jähriger Türke hat sich am Montag wegen Mordes vor dem Landesgericht Linz verantworten müssen. Er soll im Mai einen 34-jährigen Landsmann aus Eifersucht mit 25 Messerstichen auf offener Straße getötet haben. Der Angeklagte bekannte sich schuldig. Er habe angenommen, das Opfer habe ein Verhältnis mit seiner Ehefrau gehabt. Der Prozess wurde überraschend auf 25. Jänner vertagt.

Der Angeklagte soll selbst bereits seit längerem eine Affäre gehabt haben, von der seine Frau aber gewusst habe, wie er vor Gericht schilderte. Zwei Wochen vor der Tat habe er sich von seiner Geliebten getrennt. Er habe allerdings angenommen, dass sich in der Zwischenzeit seine Frau einen Liebhaber zugelegt habe. Sie soll den Mann - das spätere Opfer - bei einer türkischen Single-Hotline kennengelernt und sich öfter mit ihm getroffen haben.

Mit Pkw gerammt und mit Messer attackiert
Am Tatabend sei er zur Arbeitsstelle seiner Frau gefahren und habe ihren mutmaßlichen Geliebten dort gesehen, schilderte der Angeklagte. Der Mann sei mit dem Auto davongerast, als er ihn gesehen habe. Er habe ihn mit seinem Wagen verfolgt. Sie seien mit 150 km/h über zwei rote Ampeln gebraust, in der Nähe des Linzer Bahnhofs habe er das Fahrzeug seines Kontrahenten schließlich gerammt. Dann sei er ausgestiegen und sei mit einem Messer, das er immer im Auto aufbewahre, auf den 34-Jährigen losgegangen.

Das Opfer wurde im Spital noch notoperiert, erlag aber wenig später seinen schweren Verletzungen. Laut Sachverständigem wurde insgesamt 25 Mal mit der acht Zentimeter langen Klinge auf den Mann eingestochen. Die Leiche habe Verletzungen auf der Brust, am Rücken, am Bauch, im Gesicht und auf den Armen gehabt. Ein Stich habe das Herz getroffen und rasch zum Tod des Mannes geführt. Die Summe der übrigen Verletzungen - unter anderem ein Leber- und einen Lungenstich - wäre laut Experten ebenfalls tödlich gewesen.

Erst danach "wieder zu Sinnen" gekommen
Mit "unglaublicher Brutalität" habe der Angeklagte das Messer immer wieder bis zum Ansatz in sein Opfer gestochen, so die Staatsanwältin, die dem Angeklagten Mord aus Eifersucht vorwirft. Der Verteidiger, der auf Totschlag plädiert, sprach von einer "allgemein begreiflichen Gemütsbewegung", in der sein Mandant "wie ein Wahnsinniger" auf seinen Kontrahenten eingestochen habe. Erst danach sei er "wieder zu Sinnen" gekommen.

Am Abend wurde der Prozess überraschend vertagt. Der Verteidiger hat ein Gutachten eines Sachverständigen zum Beweis der Zurechnungsfähigkeit des Angeklagten zum Tatzeitpunkt beantragt. Zuvor hatten die Ehefrau des Beschuldigten und seine Ex-Freundin ausgesagt.

Symbolbild

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