Mo, 21. Mai 2018

Nicht rechtskräftig

04.05.2018 15:01

Zehn Jahre Gefängnis nach Streit um Autoreifen

Aus einem Wasserrohr und einem Gartentorscharnier bastelte Paul K. eine Waffe - und schoss damit nach einem Streit auf seinen Schulfreund. So sagte es der gelernte Spengler zumindest beim Prozess wegen Mordversuchs in Wels aus. Außerdem habe er nur einen Warnschuss abgeben wollen. Er wurde von einem Gutachten widerlegt. Das Urteil - zehn Jahre Haft - ist nicht rechtskräftig.

Mit der Geschichte von der selbst gebastelten Waffe konnte der Angeklagten (37) zumindest kurz die Staatsanwältin beeindrucken.  Vor ihren Augen trat er in der Untersuchungshaft den Beweis an. Nur 20 Minuten benötigte er, um eine Waffe zusammenzubasteln, die vom Waffensachverständigen, laut Anklage, als funktionsfähig beurteilt wurde. Widerlegt wurde er im Prozess vor Richter Anton Weber vom medizinischen Gutachten. Die Verletzungen seines Opfers passen nicht zu Schrottmunition, die er verwendet haben will.

Freund angefahren
Zur Tat selbst sagt Paul K. im Prozess vor Richter Anton Weber, dass er nur einen Warnschuss auf seinen Freund, mit dem er auf einem Parkplatz in Thalheim einen handgreiflichen Streit wegen der Bezahlung von Autoreifen hatte, abgeben wollte. „Ich wollte ihn nicht treffen.“ Peter P. erlitt einen Durchschuss am Unterarm. Schon zuvor hatte ihn Peter K. mit seinem Auto attackiert. „Das war keine Absicht, allenfalls eine Unvorsichtigkeit“, so die Verteidigerin.

Flucht nach Tschechien
Nach dem Schuss flüchte Paul K. nach Tschechien. Die Tatwaffe hat er angeblich im Moldaustausee versenkt. Sein Opfer ließ er blutend am Parkplatz zurück. Anrainer, die den lautstarken Streit mitbekommen hatten, alarmierten die Rettung.

Urteil am späten Abend
Die Geschworenen in Wels berieten am Donnerstag lange. Erst nach 22 Uhr wurde das Urteil verkündet: zehn Jahre Haft wegen Mordversuchs und Verstoß gegen das Waffengesetz, nicht rechtskräftig.

Claudia Tröster, Kronen Zeitung

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