Mi, 23. Mai 2018

Entführung erfunden

01.05.2018 11:45

Steyrerin half ihrem syrischen Freund zur Flucht

Diese „Fluchthilfe“ aus Liebe ging gründliche schief! Damit ihr Freund nicht wieder nach seinem Freigang ins Gefängnis nach Garsten zurückmuss, erfand eine Steyrerin (40) die spektakuläre Entführung ihres 22-jährigen Geliebten aus Syrien. Doch nach der Anzeige kamen bei der Polizei Zweifel auf, sie entlarvten die Lüge und jetzt wurde das „Entführungsopfer“ in Hamburg geschnappt.

Völlig verzweifelt kam die 22-Jährige am 2. April zur Polizei in Steyr, erstattete Anzeige und schilderte die überaus dramatischen Szenen: Ihr 22-jähriger Freund wäre nächst dem Ennskai vor ihren Augen von zwei unbekannten Männern aus dem Auto gezerrt worden, dann hätten sie von ihm Geld gefordert. Sekunden später hätten sie den jungen Syrer in ihr Auto verfrachtet und wären mit ihrem davongefahren. Die Beamten nahmen die Anzeige zu Protokoll, waren aber von Anfang an skeptisch, glaubten nicht so recht an die Entführung.

Lügengebäude brach zusammen
Im Zuge der Verhöre brach das Lügengebäude zusammen, die Steyrerin gestand, dass alles erstunken und erlogen war.  Der 22-Jährige war in Wirklichkeit nicht entführt, sondern von seiner Freundin zu Fluchthelfern gebracht worden, die ihn abholten und dann über die Grenze nach Deutschland kutschierten.

Mit Entführungsopfer telefoniert
Zudem konnten der 40-Jährigen auch Telefonkontakte zu ihrem entführten Freund nachgewiesen werden. Sein Aufenthalt war aber unklar, dieser konnte jedoch dank der Zielfahndung ausgeforscht werden. Am 27. April endete dann das „Kidnapping“ in Hamburg, wo der 22-Jährige von deutschen LKA-Beamten gefasst wurde und in U-Haft kam.

Ermittlungen laufen
Gegen die Steyrerin werden nun Ermittlungen hinsichtlich einer mit Strafe bedrohten Handlung und Befreiung von Gefangenen geführt.

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