Mi, 21. Februar 2018

Angst vor Zinswende

06.02.2018 06:28

Börse New York: Größter Punkteverlust aller Zeiten

Die New Yorker Aktienbörse hat am Montag ihre Talfahrt von Ende der Vorwoche beschleunigt und erneut tiefrot geschlossen. An der Wall Street scheinen damit die Sorgen vor einer schnelleren Zinswende - sprich: deutlich höheren Zinsen - immer mehr zu wachsen. Nur Stunden nach dem mit knapp 1600 Zählern bisher größten Tagesverluste des Dow Jones zog dieser auch die Börsen in Asien und Australien nach unten. Neben den Märkten Tokio und Australien erlebten am Dienstag auch China und Hongkong empfindliche Abschläge zum Handelsstart. In den USA ging es hingegen mit den Kursen wieder bergauf.

Der Dow Jones Industrial Index sackte zu Wochenstart um extreme 1175,21 Punkte oder 4,60 Prozent auf 24.345,75 Einheiten ab. Im Verlauf musste der "Dow" bei seinem Tagestief mit fast 1600 Punkten den stärksten Punkteverlust in seiner Geschichte hinnehmen. Am 26. Jänner hatte der bekannteste Index der Welt bei 26.616 Punkten noch ein Rekordhoch erreicht. Der S&P-500-Index rasselte um 113,19 Punkte oder 4,10 Prozent auf 2648,94 Zähler nach unten. Der Nasdaq Composite Index reduzierte sich um 273,42 Einheiten oder 3,78 Prozent auf 6967,53 Zähler.

Nikkei stürzt um fast 1000 Punkte ab
Der japanische Nikkei-Index für 225 führende Werte sackte am Dienstag in den ersten 15 Handelsminuten um fast 1000 Punkte ab. Er reagierte darauf zum Handelsauftakt mit einem Abschlag von 914,28 Punkten oder 4,03 Prozent beim Stand von 21.767,80 Punkten. Der breit gefasste Topix verlor 73,81 Punkte oder 4,05 Prozent beim Stand von 1749,93 Punkten.

Der Shanghaier Composite Index lag am Dienstag eine halbe Stunde nach Handelsstart rund 1,89 Prozent im Minus bei 3421 Punkten. Deutlicher fielen die Abschlägen in der chinesischen Sonderverwaltungszone Hongkong aus, wo der Leitindex Hang Seng zum Handelsstart um mehr als 1100 Punkte auf 31.100 Punkte absackte - ein Minus von 3,8 Prozent.

"Echtes Blutbad" an Börse in Sydney
Auch in Australien erlebte die Börse zum Auftakt einen Kurssturz. Der S&P/ASX200-Index verbuchte ein Minus von 165,1 Punkten oder 2,74 Prozent. Nicht eine Aktie habe zugelegt, sagte Marktanalytiker Ben Le Brun. Er beschrieb die Lage an der Börse in Sydney als "echtes Blutbad".

Weißes Haus trotz Kurssturz zuversichtlich
Das Weiße Haus zeigte sich trotz des Kurssturzes an der Wall Street zuversichtlich über die wirtschaftliche Lage in den USA. Der Fokus von Präsident Donald Trump liege auf den langfristigen wirtschaftlichen Fundamentaldaten, die weiterhin "außergewöhnlich stark" seien, sagte seine Sprecherin Sarah Sanders. Dazu gehörten etwa die "historisch niedrige" Arbeitslosigkeit sowie steigende Löhne. Unter Fundamentaldaten verstehen Ökonomen sogenannte harte Zahlen - etwa zum Wirtschaftswachstum.

Wie reagiert die US-Notenbank?
Bereits am Freitag hatte die Wall Street wegen weiter steigender Anleiherenditen und mit Sorgen vor weiter anziehenden Zinsen die stärksten Tagesverluste seit Juni 2016 hinnehmen müssen. Aktuelle Konjunkturdaten deuten auf eine weiterhin robuste Dynamik der US-Wirtschaft hin, wecken zugleich aber auch Befürchtungen: Womöglich könnten die allgemein starken Wirtschaftsdaten die US-Notenbank zu mehr als bisher drei erwarteten Zinsschritten in diesem Jahr bewegen, hieß es von Expertenseite.

Für Marktanalyst Neil Wilson von ETX Capital sind die weiter sinkenden Kurse aber noch kein Alarmzeichen: "Alles sieht noch einigermaßen vernünftig aus", sagte der Experte am Montag. Für viele Marktteilnehmer sei es eine "längst überfällige Korrektur".

Nach Schockwelle ging's wieder bergauf
Am Dienstag stabilisierten sich die US-Börsen schon wieder deutlich, legten aber zunächst eine Berg- und Talfahrt hin. Während die Leitindizes anfangs noch mehr als zwei Prozent im Minus gestartet waren, drehten sie innerhalb kurzer Zeit klar in die Gewinnzone. Noch in den ersten Handelsminuten war etwa der Dow Jones Industrial Index mehr als zwei Prozent im Minus gestanden, konnte sich aber kurz danach sogar bis auf ein Plus von eineinhalb Prozent heraufarbeiten.

 krone.at
Redaktion
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