Mehrere Razzien

Rekordmenge Marihuana in Nordmazedonien entdeckt

Ausland
08.02.2026 09:24
Porträt von krone.at
Von krone.at

In Nordmazedonien hat die Polizei eine Rekordmenge an Marihuana sichergestellt. Es gab mehrere Razzien in landwirtschaftlichen Betrieben – auch eine Verbindung zur Politik in Serbien wird untersucht. 

Mehr als 40 Tonnen mutmaßlich illegales Marihuana wurde in dem Balkanland beschlagnahmt – das ist eine ungewöhnlich große Menge für das kleine Land. In einem Betrieb in der Hauptstadt Skopje seien neun Tonnen der Droge sowie mehr als 1300 Flaschen Cannabisöl sichergestellt worden, informierte das nordmazedonische Innenministerium. Zugleich seien bei Razzien in Betrieben im Osten des Landes 31 Tonnen Marihuana und Biomasse beschlagnahmt worden.

Beschlagnahmtes Cannabis nicht aus legaler Produktion
Medien in Skopje nannten die Kleinstadt Strumica, 120 Kilometer südöstlich von Skopje, als Fundort. Die durchsuchten Betriebe waren zur Herstellung von medizinischem Marihuana befugt, das in Nordmazedonien zu Therapiezwecken zugelassen ist. Die gefundenen Mengen sollen jedoch nicht aus der als legal dokumentierten Produktion stammen. Sie könnten für den internationalen Drogenhandel bestimmt gewesen sein.

Ein Lokalpolitiker, der der Partei des serbischen Staatspräsidenten Aleksandar Vucic (Bild) ...
Ein Lokalpolitiker, der der Partei des serbischen Staatspräsidenten Aleksandar Vucic (Bild) angehört, wird ermittelt.(Bild: AFP/STRINGER)

Verbindungen zu serbischem Lokalpolitiker
Die Behörden in Skopje untersuchen darüber hinaus mögliche Verbindungen nach Serbien. Im nördlichen Nachbarland hatte die Staatsanwaltschaft erst am 29. Jänner fünf Tonnen illegales Marihuana beschlagnahmt, das aus Nordmazedonien gekommen sein soll. Fundort war ein Gehöft in der Nähe der südserbischen Stadt Krusevac.

Die serbische Behörde nahm vier Serben fest. Gegen den flüchtigen mutmaßlichen Kopf der Bande, Aleksandar M., erließ sie einen internationalen Haftbefehl. M. ist Mitglied des Gemeinderats von Krusevac und gehört der Regierungspartei SNS des mächtigen Staatspräsidenten Aleksandar Vucic an.

Das nordmazedonische Innenministerium erwähnte in seiner Mitteilung eine konkrete Verbindung zum Drogenfund in Serbien. So soll einer der in Serbien festgenommenen Männer Miteigentümer jener Firma in Skopje sein, auf deren Gelände Marihuana und Cannabisöl gefunden wurden.

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