International gefragt

Wie aus einem Scherz ein Lama-Experte wurde

Niederösterreich
30.01.2026 08:57

Wer wissen will, wie man Lamas und Alpakas richtig und artgerecht hält, der kommt an einem Experten nicht vorbei: Erwin Stadler aus Obergrabern im Weinviertel. Dabei war es ein Scherz, der dem Tierversteher zu seinem heute international beachteten Hof und Ruf verholfen hat.

42 Lamas und Alpakas leben bei Erwin Stadler im Weinviertel. Viele davon aus eigener Zucht, aber auch rund 15 gerettete Tiere aus extrem schlechten Verhältnissen. „Viele haben leider überhaupt keine Ahnung, wie man sie halten muss“, weiß der 59-Jährige.

„Jetzt fehlen noch Lamas“
Er hat sich sein heute immenses Wissen über die Kamelarten selbst angeeignet – und alles begann mit dem Scherz eines Berufskollegen. „Ich bin mit Tieren am elterlichen Bauernhof aufgewachsen, war schon als Kind Geburtshelfer und wir hatten 35 Jahre lang Pferde und einen Einstellbetrieb“, erzählt Stadler. Und dann kam ein Satz, der im Jahr 2002 alles verändern sollte. „Jetzt fehlen euch nur noch Lamas. Wenn du dir Lamas kaufst, dann kaufe ich mir ein Kamel“, wurde ihm gesagt.

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Ich habe meiner Frau versichert, dass es nicht mehr Tiere als die ersten beiden Lamastuten werden

Erwin Stadler über einen Satz im Jahr 2003, der sich als unwahr herausstellen sollte

Also fuhr Stadler los. „Anfangs, um mich nur zu informieren und mir die Tiere anzuschauen. Damals gab es sie ja kaum bei uns“, erzählt er. Im März 2003 zogen dann allerdings tatsächlich die ersten beiden Lamastuten ein. „Ich habe meiner Frau versichert, dass es nicht mehr Tiere werden“, muss er heute schmunzeln.

42 neugierige Lamas und Alpakas leben bei Stadler.
42 neugierige Lamas und Alpakas leben bei Stadler.(Bild: Attila Molnar)

Was er rasch feststellen musste: Es kennt sich kaum jemand damit aus. „Zum Vergleich: Zu dieser Zeit gab es 50 Alpakas in Österreich, heute 15.000“, so Stadler. Und so lernte er die Tiere kennen. „Ich habe bei ihnen im Stall geschlafen, habe ihr Verhalten studiert, gelernt, wie man sie angreifen und anpacken muss, damit die Tiere vollstes Vertrauen zu mir haben“, berichtet der Weinviertler. Über die Jahre wuchs sein Wissen derart an, dass er nun auch in Nachbarländern ein gefragter Lama- und Alpaka-Experte ist. Und dieses gibt er gerne weiter.

Erwin Stadler und sein Lama- und Alpakahof
Erwin Stadler und sein Lama- und Alpakahof(Bild: Attila Molnar)
Erwin Stadler und sein Lama- und Alpakahof
Erwin Stadler und sein Lama- und Alpakahof(Bild: Attila Molnar)
Erwin Stadler und sein Lama- und Alpakahof
Erwin Stadler und sein Lama- und Alpakahof(Bild: Attila Molnar)

Schon 2009 hatte er seinen ersten Lama- und Alpakastammtisch im Weinviertel veranstaltet. „Wir dachten, es wird keiner kommen. Dann waren wir plötzlich 41 Leute“, erinnert er sich. Inzwischen findet diese Veranstaltung mehrmals jährlich mit Tierfreunden aus ganz Österreich und dem angrenzenden Ausland statt. 

Regelmäßige Kurse
Und er veranstaltet regelmäßig Kurse. Denn der Boom vor allem der durch ihre Wolle und beruhigende Art beliebten Alpakas hat auch ihre Schattenseiten. „Es gibt leider Leute, die die Halfter dauerhaft auf den Tieren lassen, sodass sie sogar einwachsen. Oder sie wissen nicht, dass man Jungtiere zehn Monate lang nicht von der Mutter trennen soll, weil sie sonst einen Knacks bekommen“, erzählt er.

„Krone“-Redakteur Thomas Werth besuchte Stadler auf seinem Hof.
„Krone“-Redakteur Thomas Werth besuchte Stadler auf seinem Hof.(Bild: Attila Molnar)
(Bild: Attila Molnar)

Dafür betont er, dass Lamas und Alpakas nicht auf Menschen spucken, es sei denn, sie werden belästigt oder sind fehlgeprägt – untereinander spucken sie sich jedoch häufiger an, um die Rangordnung zu verdeutlichen. „Aber Vorsicht: Jedes Lama und jedes Alpaka könnte grundsätzlich aushauen“, gibt er vor allem bei Wanderungen mit Kindern und Jugendlichen zu bedenken.

Kleines Detail am Rande: Sein Kollege hat das Kamel noch heute nicht. Dafür ist Stadler bei 42 Tieren am Maximum angelangt...

Infos: lamahof-stadler.at/

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