Di, 24. April 2018

Einsatzkräfte klagen

02.02.2018 05:45

Fotos, Videos, Alkohol: Gaffer nerven bei Unfällen

Knapp 30 Schaulustige – darunter ein halbes Dutzend Betrunkene – behinderten, wie berichtet, nach einem Unfall die Ersthelfer und den Notarzt, die sich in Linz um einen Vater und dessen Baby kümmerten. Kein Einzelfall für die Einsatzkräfte, die sich oft mit filmenden, fotografierenden und zunehmend aggressiven und auch alkoholsierten Gaffern herumschlagen müssen.

„Es gibt schon ein deutliches Stadt-Land-Gefälle. In den Städten haben wir mehr Probleme“, sagen die Helfer unisono. Hintergrund: Es sind mehr Leute vor Ort, und wenn auch noch die „richtigen“ dabei sind, dann wird’s schnell kritisch. Wie bei einem Unfall in Linz-Kleinmünchen, wo ein Autofahrer (37) einen 35-Jährigen, der seinen sieben Monate alten Sohn über die Straße trug, rammte. Rund um den Parkplatz des Diskonters lungerten auch zahlreiche Betrunkene herum, die sich einmischten.

Sanis vertreiben keine Schaulustige
„Wir weisen die ,interessierte Bevölkerung‘ darauf hin, wenn es zu viel wird. Aber es wird kein Sanitäter aktiv Schaulustige vertreiben“, sagt Mario Wolf vom Roten Kreuz in OÖ.

Planen und Decken als Sichtschutz
Auch Markus Voglhuber vom Landesfeuerwehrkommando kennt solche Probleme: „Wir verwenden Planen oder Decken, um Einsätze abzuschirmen, werden aber keine Sonder-Abschirmwände anschaffen.“ Damit nimmt er Bezug auf die FF Wiener Neustadt, die einen eigenen „Gaffer-Schutz“ angeschafft hat. Auch Methoden wie in Deutschland, wo jüngst ein Feuerwehrmann Schaulustige bei einem tödlichen Unfall mit Wasser bespritzt hat, sind keine Optionen: „Schaulustige im Zaum zu halten, ist Aufgabe der Polizei.“

Festnahme möglich
Polizeisprecher David Furtner erklärt, dass unbelehrbare Gaffer auch festgenommen werden können, wenn sie Wegweisungen ignorieren.

Markus Schütz/Kronen Zeitung

 krone.at
krone.at

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
Wattens gewinnt 3:2
Unentschieden für Wacker, Hartberg und Neustadt
Fußball National
Gehören zu den Großen
AS Rom: Vierzig Millionen vom neuen Trikotsponsor
Fußball International
Vor Saisoneröffnung
Ferienorte an Adria kämpfen mit Naturgewalten
Reisen & Urlaub
Champions League
LIVE: Liverpool gegen AS Roma um Finaleinzug
Fußball International

Für den Newsletter anmelden