So, 22. April 2018

Mit KI-Prozessor

21.01.2018 09:00

Huawei Mate 10 Pro: Intelligentes Phone im Test

Nicht nur smart, sondern intelligent soll das Mate 10 Pro von Huawei sein - schließlich verfügt das neue Premium-Phablet der Chinesen über einen eigenen KI-Prozessor. Was es damit auf sich hat und wie sich das Gerät im Vergleich zu seinem Vorgänger schlägt, verrät der krone.at-Test.

Design
Die offensichtlichsten Änderungen gegenüber dem Vorgängermodell Mate 9 gibt es in puncto Design: Statt des bislang üblichen 16:9-Formats setzt Huawei beim Mate 10 Pro auf das schmalere 18:9-Verhältnis. Der 178 Gramm schwere Sechszöller lässt sich dadurch ein Stück weit einfacher und komfortabler bedienen. Die oberen Displayecken zu erreichen erfordert allerdings nach wie vor ein gewisses Geschick, zumal die Rückseite des exzellent verarbeiteten Mate 10 Pro nun nicht mehr aus Aluminium, sondern Glas besteht. Das ist – sichtbare Fingerabdrücke ausgenommen – hübscher, aber eben auch rutschiger. Abhilfe verspricht wie schon beim Mate 9 eine beiliegende Kunststoffhülle, womit der Designvorteil allerdings wieder zunichtegemacht wird.

Was hat sich sonst getan: Das Doppelkamera-Modul auf der Rückseite wirkt aufgrund der fehlenden Umrandung etwas eleganter und die Lautsprecherbohrungen auf der Unterseite sind ab sofort nur noch rechts des USB-C-Anschlusses vorhanden, also nicht mehr beidseitig. Dem Sound tut dies keinen hörbaren Abbruch, allerdings ist die Chance, dass bei nur noch halb so vielen Lautsprecheröffnungen diese verdeckt werden, nun doppelt so hoch. Entscheider aber ist die Oberseite - einen Klinkenanschluss für den Kopfhörer wie noch beim Mate 9 sucht man dort nämlich vergeblich. Über die Vor- und Nachteile dessen lässt sich streiten. Immerhin: Passende USB-C-Ohrstöpsel und ein entsprechender Klinkenadapter liegen dem Gerät bei.

Display
Abschiednehmen von Flüssigkristallen heißt es dagegen beim Display: Nach dem 5,9 Zoll großen Full-HD-LCD-Display des Vorgängers überzeugt das Mate 10 Pro mit seinem 2160 x 1080 Pixel auflösenden AMOLED-Bildschirm, der deutlich kräftigere Farben (wem diese zu knallig sind, der kann die Anzeige in den Einstellungen von "lebhaft" auf "normal" einstellen) und vor allem ein sattes Schwarz produziert. Die Pixeldichte steigt geringfügig von 373 ppi auf 402 ppi, was sich mit freiem Auge allerdings nicht bemerkbar macht. Dass das Mate 10 Pro trotz der mit 0,1 Zoll geringfügig größeren Displaydiagonale nicht größer ist als das Mate 9 (154,2 zu 156,9 mm), ist übrigens auf den schmaleren Displayrand zurückzuführen.

Leistung
Erwartungsgemäß am meisten getan hat sich unter der Haube: Statt vier Gigabyte RAM und 64 Gigabyte internem Speicher gibt es beim Mate 10 Pro nun sechs bzw. 128 Gigabyte. Letztere sind wie gewohnt mittels microSD-Karte erweiterbar. Für den nötigen Antrieb sorgt Huaweis hauseigener Kirin-970-Prozessor. Im Antutu-Benchmark zieht der Achtkerner mit einem Score von 176542 dem Vorgängermodell Kirin 960 (127234) davon. Im aktuellen Performance-Ranking von Antutu mag es damit zwar "nur" für einen sechsten Platz reichen, dass das Mate 10 Pro ein überaus potentes Smartphone ist, steht dennoch außer Frage: Schnelle App-Starts, flüssiges Gaming und andere rechen- bzw. grafikintensive Anwendungen lassen das Smartphone – auch in Bezug auf die Hitzeentwicklung – relativ kalt.

KI an Bord
Mit an Bord des Kirin 970 ist zudem eine spezielle KI-Einheit. Diese "Neural Network Processing Unit", kurz NPU, soll besonders rechenintensive Aufgaben aus dem Bereich des maschinellen Lernens, die bislang vornehmlich in die Cloud ausgelagert wurden, direkt auf dem Smartphone bewältigen. Das soll sicherer sein sowie Zeit und Energie sparen. Anwendungen, die von der NPU Gebrauch machen, sind allerdings noch rar. Am ehesten bemerkbar macht sich der "Intelligenzzuwachs" aktuell bei der Kamera des Mate 10 Pro: Diese erkennt Szenen deutlich besser und passt ihre Einstellungen durchaus zuverlässig gemäß Motiv – etwa Mensch, Tier, Pflanze oder Essen – an. Ebenso lassen sich Alben neben Orten automatisch nach Gesichtern oder Dingen sortieren.

Kamera
Bei der Kamera setzt Huawei ansonsten auf die bereits gewohnte Kombination aus 12-Megapixel-Farbsensor und 20-Megapixel-Monochrom-Sensor für die Dual-Kamera auf der Rückseite plus 8-Megapixel-Kamera an der Front. Die von Leica gefertigte Optik der Hauptkamera ist nun mit F/1.6 gegenüber F/2.2 beim Mate 9 allerdings lichtstärker, wovon vor allem Aufnahmen bei wenig Umgebungslicht profitieren. Das Rauschverhalten ist selbst bei hohen ISO-Werten sehr gut und schwindet bei Schwarz-Weiß-Aufnahmen des Monochrom-Sensors auf ein kaum sichtbares Minimum. Im direkten Vergleich mit der Kamera des Mate 9 sticht allerdings etwas Anderes ins Auge: Der Weißabgleich arbeitet beim Mate 10 Pro wesentlich präziser und produziert realistischere Ergebnisse.

Akku
Ebenfalls top: die Akkuleistung. Wie schon beim Mate 9 verbaut Huawei einen großen 4000-mAh-Akku, der das Smartphone selbst bei intensiverer Nutzung problemlos zwei Tage lang mit dem nötigen Strom versorgt. Und wenn der Akku dann doch mal leer ist, lässt er sich dank des mitgelieferten Schnelllade-Netzteils (22,5 Watt) binnen einer Stunde vollständig laden. Wer sich allerdings erhofft, das Mate Pro 10 ließe sich kabellos aufladen, wird enttäuscht: Trotz dafür prinzipiell vorhandener Glas-Rückseite unterstützt das Phablet kein Wireless Charging.

Fazit
Ein elegantes Design, der edle Materialmix und die tadellose Verareitung, vor allem aber ordentlich Leistung unter der Haube, die lange Akkulaufzeit und die starke Kamera machen das Mate 10 Pro zu einem der derzeit schönsten und zugleich leistungsstärksten Android-Smartphones am Markt. Mit einer UVP von 799 Euro (aktueller Straßenpreis: rund 720 Euro) ist das Mate 10 Pro aber auch ein ernstzunehmender Herausforderer für Apples iPhone X, dessen Einstiegspreis bei immerhin 1149 Euro liegt. Lediglich von der versprochenen Intelligenz des Smartphones ist derzeit noch nicht allzu viel zu spüren. Es bleibt abzuwarten, welche Apps in den kommenden Wochen und Monaten von den Fähigkeiten des Mate 10 Pro noch Gebrauch machen werden.

Sebastian Räuchle
Sebastian Räuchle

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