Fr, 20. Oktober 2017

"Zeitungsente"

31.08.2009 13:07

Wirbel um rassistisches Mail von Grünem PC

Ein rassistisches E-Mail, das laut eines Medienberichts von einem Computer der Grünen an den vom Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstands als rechtsextrem eingestuften "Bund freier Jugend" (BfJ) verschickt wurde, sorgt für Aufregung. Die Landespartei dementierte, der Urheber zu sein, und kündigte eine technische Prüfung sowie rechtliche Schritte an.

"Mein kleiner Bruder ist letzte Woche von drei Kanaken geschlagen worden, ich will in euren Verteiler aufgenommen werden, um gegen die scheiß Kanaken etwas zu tun", lautet die in "Heute" abgedruckte Nachricht, die unter dem Namen "Konrad Freiherr" an die Kontaktadresse des BfJ gesendet worden sein soll. Die IP-Adresse sei vom Verfassungsschutz bis zu den Grünen zurückverfolgt worden, heißt es in dem Artikel. Der mit der Causa befasste IT-Experte der Exekutive sei übrigens Uwe S. gewesen. Das ist jener Datenforensiker, der dem Grünen Abgeordneten Karl Öllinger Material über Rechtsextremismus verschafft haben soll und nach Bekanntwerden dieses Vorwurfs suspendiert wurde.

E-Mail soll schon letztes Jahr kursiert sein
Das "Kanaken"-E-Mail war bereits vor rund einem Jahr im rechten Mediennetzwerk Altermedia aufgetaucht. Dort wurde über einen Wiederbetätigungsprozess gegen fünf - mittlerweile rechtskräftig freigesprochene - BfJ-Aktivisten berichtet. Einer der Angeklagten habe ausgesagt, dass sich eine "Politikerin der Grünen" in einem E-Mail als potenzielle Interessentin ausgegeben und seine Gruppe "zu Gewalt provoziert" habe, hieß es in dem Artikel. Die dort zitierte Nachricht lautete "Mein Bruder ist von Kanaken verdroschen worden! Könnt ihr was dagegen tun?" und ähnelt jener von "Heute" publizierten stark.

Grüne sprechen von Zeitungsente
Man habe sich damals nicht näher mit der Angelegenheit beschäftigt, weil sie ohne Relevanz für den Prozess gewesen sei, hieß es auf Anfrage aus dem Büro des Grünen Landessprechers Rudi Anschober. Nun wolle man aber technische Nachforschungen anstellen, woher das E-Mail stammt. Landesgeschäftsführerin Lätitia Gratzer sprach von einer "Zeitungsente". "Selbstverständlich kann ich ausschließen, dass ich E-Mails mit Ausländerbeschimpfungen verschickt habe. Wir werden alle rechtlichen Schritte unternehmen um gegen die Urheber dieser Manipulation vorzugehen."

Symbolbild

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