Do, 14. Dezember 2017

Zwangsarbeit

30.04.2009 12:37

KZ-Häftlinge auf Fekters Betriebsgelände

In der Schottergrube der Familie von Innenministerin Maria Fekter, die zwischen 1940 und 1943 zwangsverpachtet war, haben auch Zwangsarbeiter einer Außenstelle des Konzentrationslagers Mauthausen gearbeitet. Das teilte Fekter bei einem Hintergrundgespräch mit Journalisten mit. Sie habe demnach erst "vor ein paar Wochen" von der Sache erfahren. Nun soll eine Gedenktafel errichtet werden.

Forschungen haben ergeben, dass es im Außenlager Vöcklabruck unter anderem ein "Kommando Schottergrube" gegeben habe, erklärte Fekter. "Zehn bis zwölf" der dort inhaftierten republikanischen Spanier, damals "Rotspanier" genannt, hätten in der Schottergrube ihrer Familie in den Jahren 1941 und 1942 Zwangsarbeit leisten müssen. Während dieser Zeit, von 1940 bis 1943, sei der Betrieb allerdings an das Deutsche Reich zwangsverpachtet gewesen, erläuterte Fekter anhand einer Firmenchronik.

Keine Toten in der Schottergrube
Gestorben sei von den Zwangsarbeitern in der Schottergrube niemand. Die Überlebenschancen in den Außenlagern sind laut dem Historiker Bertrand Perz generell größer gewesen als im Hauptlager Mauthausen mit der so genannten "Lagerstufe III", aus dem die Gefangenen "nicht mehr lebend entlassen werden sollten". 1943 ist die Arbeit in der Schottergrube von Hitlerdeutschland schließlich eingestellt worden.

Fekter meinte, sie wusste, dass das Unternehmen während des Krieges nicht von ihrer Familie geleitet werden durfte. Es habe auch Enteignungen von Grundstücken gegeben. Von den Zwangsarbeitern in der Schottergrube habe sie aber erst "vor ein paar Wochen" erfahren. Man werde nun eine Gedenktafel am Betriebsgelände errichten, erklärte die Innenministerin. Auch Kranzniederlegungen und Gedenkfeiern würden an dem Ort zukünftig erlaubt sein.

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