Di, 17. Oktober 2017

Fall Arigona

29.12.2008 15:08

Geschwister weiter im ungarischen Flüchtlingsheim

Eine Entscheidung über die vier Geschwistern von Arigona Zogaj, die vor acht Tagen versucht haben, aus dem Kosovo nach Österreich zu gelangen und dabei in Ungarn aufgegriffen worden sind, dürfte frühestens in zwei Wochen erfolgen. Das vermutet Christian Schörkhuber von der Volkshilfe Oberösterreich, die Arigona Zogaj und ihre Mutter Nurija betreut. Bis dahin bleiben die vier im Alter von sieben, neun, 17 und 19 Jahren weiter in einer ungarischen Flüchtlingsunterkunft.

Schörkhuber schilderte, die ungarischen Beamten hätten ihre Arbeit am Montag nach den Weihnachtsfeiertagen wieder aufgenommen. Er rechne damit, dass das Quartett befragt werde. Dann werde der weitere Fahrplan für das Vorgehen in diesem Fall erstellt. Bis dahin seien sie in einem Art Erstaufnahmezentrum in Ungarn an der Grenze zu Serbien und Rumänien untergebracht, in dem sich überwiegend Personen aus dem Kosovo befinden. Besuche seien dort nur für einen Rechtsbeistand möglich, auch ein Verlassen des Quartiers sei nicht erlaubt.

Entscheidung in frühestens zwei Wochen
Seines Wissens nach würden die ungarischen Behörden der Ansicht sein, dass nach den Dublin-Bestimmungen über Familienzusammenführung zumindest Minderjährige zu ihrer Mutter gehören, erklärte Schörkhuber. Doch darüber werde in frühestens zwei Wochen entschieden, wegen der Feiertage könnte das aber auch vier Wochen dauern. In den Fall sei die ungarische NGO "Helsinki Komitee" eingeschaltet, die Rechtsberatung für Asylwerber biete. Auch das UNO-Flüchtlingshochkommissariat (UNHCR) in Ungarn sei über den Fall informiert.

Mutter und Tochter von der Abschiebung bedroht
Arigona und ihre Mutter sind von der Abschiebung bedroht, dürfen aber vorläufig in Österreich bleiben. Ihre gesundheitliche Verfassung macht eine Abschiebung derzeit unmöglich. Schülervisa für den siebenjährigen Albin und und die neunjährige Albona Zogaj sind Anfang Oktober von der zuständigen Bezirkshauptmannschaft Vöcklabruck abgewiesen worden. Der Rechtsanwalt der Familie Helmut Blum hat neue, überarbeitete Anträge eingebracht. Der Jurist hat nach eigenen Angaben derzeit keinen Kontakt zu den vier Kindern in Ungarn.

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