So, 19. November 2017

Vor Gericht

19.11.2008 08:46

12 Jahre für Raub und Vergewaltigung

Erschüttert darüber, was er seinen Opfern angetan hat, zeigte sich ein 20-jähriger Arbeiter beim Prozess in Linz. Die Taten ungeschehen machen kann aber auch das reumütige Geständnis nicht. Denn er hat zwei Frauen überfallen, beraubt und ein Opfer stundenlang vergewaltigt. Beide Frauen leiden auch heute noch unter psychischen Folgen.

Die Frauen, 27 und 37 Jahre alt, litten unter den Faustschlägen und den Sexattacken des bis dahin unbescholtenen Mannes Todesängste. "Willst du Geld oder Sex? Was willst du von mir, ich gebe dir alles, aber lass mich leben", soll eines der Opfer gefleht haben. So steht es in der Anklage. Auch dass der Angeklagte die schwer verletzte Frau am 21. Oktober 2007, nachdem er sie brutal vergewaltigt hatte, zum Bankomat geschleift hat, damit sie 400 Euro für ihn abhebt. Nach zweistündigen Qualen bedrohte sie der Täter mit dem Umbringen, wenn sie zur Polizei geht.

Weitere Vergewaltigung gerade noch verhindert
Eine DNA-Spur machte es möglich, dass dem jungen Erwachsenen, der aufgrund seines Alters beim Geschwornenprozess vor der Linzer Richterin Margit Kreuzer nach dem Jugendstrafrecht behandelt wurde, ein zweiter Überfall nachgewiesen werden konnte. Sein letztes Opfer hatte sich die Autonummer gemerkt, er wurde verhaftet und als Täter eines ebenso brutalen Überfalles im April 2007 entlarvt. Eine Vergewaltigung konnte damals von zwei Zeugen gerade noch verhindert werden.

12 Jahre Haft und Einlieferung in Anstalt für abnorme Straftäter
20.000 Euro Schmerzengeld haben die beiden Opfer vor Gericht beantragt. Staatsanwalt Klaus Theinschnak forderte für den Angeklagten, bei dem eine kombinierte Persönlichkeitsstörung diagnostiziert wurde, auch die Einlieferung in eine Anstalt für abnorme Straftäter. Das Urteil dazu - zwölf Jahre Haft - ist noch nicht rechtskräftig.

Symbolbild

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