Do, 23. November 2017

Post-Schließungen

12.11.2008 10:31

OÖ macht gegen Kahlschlag mobil

Oberösterreich wird sich die radikalen Schließungs- und Personalabbaupläne der Post nicht bieten lassen. SPÖ-Politiker Walter Schopf - im Frühjahr Prophet der Schließungspläne - hat aber die Hoffnung, dass der politische Druck doch noch zu einer Nachdenkpause bei den Post-Managern führen wird.

"Der frühe Vogel fängt den Wurm", heißt ein Sprichwort - doch im Fall des SPÖ-Nationalrates Walter Schopf aus Pregarten schmeckte der Wurm nicht: "Man hat mich gefragt, ob ich noch ganz beinander bin", erinnert er sich an den April 2008, als er in der Krone für diesen Herbst einen brutalen Kahlschlag bei den noch vorhandenen Postämtern prophezeite.

1.000 Ämter und 9.000 Postler weniger
Doch jetzt ist klar, wie dick und giftig der Wurm in der Post wirklich ist: Tatsächlich bis zu 1.000 Ämter österreichweit sollen schließen, bis zu 9.000 Postler gehen, so die bisher durchgesickerten Einsparungspläne des Post-Vorstandes. Die am Mittwoch Thema im Aufsichtsrat sein werden.

"Wir lassen uns das nicht bieten"
Was sagt Hellseher Schopf nun dazu? Erstens bekräftigt er als SPÖ-Regionalpolitiker und als Gewerkschafter: "Wir lassen uns das nicht bieten, was da geplant ist!" Doch er äußert auch Hoffnung, dass es aufgrund des großen politischen Drucks doch noch zu einer Nachdenkpause im Post-Management kommen könnte, die über die Notbremse von Minister Werner Faymann hinausreicht.

"Kriegsmaschine" angeworfen
Oberösterreich hat jedenfalls schon die politische Kriegsmaschine angeworfen: Alle Parteien sind sich einig, den Postkahlschlag so nicht hinnehmen zu wollen; das zeigt auch eine Resolution der Landesregierung. "Nun müssen ÖVP und SPÖ diese Resolution bei ihren Parteien in Wien auch nachhaltig durchsetzen", fordert der Grüne Rudi Anschober eine konsequente Vorgangsweise.

Gewerkschaft protestiert
Auch in den anderen Bundesländern und der Wiener Zentrale regt sich Widerstand: Die Postgewerkschaft hat Mittwoch früh lautstark ihrem Ärger über einen geplanten massiven Personalabbau Luft gemacht. Vor dem Beginn der Aufsichtsratssitzung versammelten sich rund 70 Postler unter regem Medieninteresse mit Plakaten und "Pappkameraden" vor der Postzentrale, stellenweise kam es in der engen Wiener Postgasse zu Verkehrsbehinderungen. Dies wurde von den betroffenen Autofahrern und Fußgänger nicht immer mit der sprichwörtlichen "Wiener Gemütlichkeit" goutiert.

Faymann schießt scharf vor Aufsichtsratssitzung
Infrastrukturminister Werner Faymann zog vorerst die Notbremse in Sachen Schließungen: Per Verordnung untersagt er ebendiese für die nächsten sechs Monate. Damit komme Ruhe in die Diskussion und es könne nach einer Alternative für das brutale Schließungskonzept gesucht werden.

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