Mo, 23. Oktober 2017

Drogen auf Rezept

12.11.2008 08:40

Rezeptdatenbank gegen Tod auf Krankenschein

Erst der Drogentod der 16-jährigen Natalie, dann die Lebensrettung ihres 18-jährigen Freundes Daniel, dem eine Leondinger Ärztin die mörderische Überdosis von 360 Schlaftabletten verschrieben hatte. Solche Tragödien mit Todespillen auf Krankenschein soll nun endlich eine Rezeptkontrolle per Datenbank verhindern.

Nach bundesweit 157 Rauschgifttoten im Vorjahr und heuer schon 17 Opfern von Drogen-Medikamenten-Cocktails allein in Oberösterreich reagierte das Gesundheitsministerium: Schon in den nächsten Wochen soll eine moderne EDV-Kontrolle den illegalen Schwarzmarkt mit massenhaft ärztlich verschriebenen und öffentlich subventionierten Ersatzdrogen eindämmen. Mediziner und Apotheker sollen per Knopfdruck abfragen, wie viel Medikamente jeder Patient bereits bekommen hat. Damit soll verhindert werden, dass der Überschuss verdealt - und tödlich missbraucht wird. Das wird sich lebensrettend wie kostensenkend auswirken.

Ermittlungen nach großzügiger Verschreibung
"Problempillen werden von manchen Ärzten viel zu häufig verschrieben", klagt der Linzer Drogenberater Christoph Lagemann. Der schlimmste Fall: Der 18-jährige Welser Junkie Daniel hat nach dem Drogentod seiner 16-jährigen Micheldorfer Freundin Natalie von einer Leondinger Ärztin gleich 36 Zehner-Packungen Somnubene auf einmal verschrieben bekommen. Und ist in der Intensivstation gelandet. Gegen die Medizinerin ermitteln derzeit Polizei, Gesundheitsamt und Ärztekammer.

Symbolbild

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