Fr, 20. Oktober 2017

Tier-Seuche

07.11.2008 10:31

Blauzungen-Krankheit ausgebrochen

Nach dem erstmaligen Auftreten der Blauzungenkrankheit in Schärding bleibt die 150-Kilometer-Schutzzone vorerst drei Jahre aufrecht. Tritt in dieser Zeit kein neuer Fall auf, wird sie wieder aufgehoben. Die Bauern innerhalb dieses Kreises spüren die Auswirkungen dann, wenn sie lebende Tiere über den Bereich hinaus verkaufen wollen. Sollte künftig europaweit gegen das Virus geimpft werden, sei die internationale Schutzzonen-Regelung allerdings zu überdenken, regte Ulrich Herzog, Bereichsleiter für Verbrauchergesundheit im Gesundheitsministerium, an

Die Blauzungenkrankheit sei nicht von Tier zu Tier ansteckend - daher bringe es nichts, ein erkranktes Exemplar oder gar einen ganzem Bestand zu keulen, erklärte Herzog. Das Problem sei vielmehr, dass es sich um eine "handelsbezogene Seuche" handle. Wird ein lebendes Tier aus dem Kreis hinausgebracht, muss es geimpft sein und eine negative Blutprobe abgeben. Das erschwere den Absatz im Ausland und könne in der Folge auf den Preis drücken.

Übertragung nur über Stechmücken
Die einzige Möglichkeit, wie ein erkranktes Tier das Virus weitergeben kann, ist über den Umweg der Stechmücke: Wird es erneut gestochen, nimmt das Insekt das Virus auf und kann es auf einen weiteren Vierbeiner übertragen, erklärte der Tierzuchtdirektor der Landwirtschaftskammer Oberösterreich, Franz Vogelmayer. Der Erreger, der 2006 in Holland erstmals in Europa aufgetreten ist, sei wahrscheinlich über den internationalen Flugverkehr eingeschleppt worden.

Warmer Herbst hat Virus begünstigt
Die "heiße Phase" dürfte nun vorbei sein. Das Virus tritt vor allem von August bis Oktober auf. Der warme Herbst hat das Virus begünstigt: Je höher die Temperatur ist, desto aktiver sind die Stechmücken. Heuer sei das Virus milder als in den Jahren zuvor verlaufen, erklärte Herzog, wohl weil in vielen Teilen Deutschlands bereits im Frühjahr geimpft wurde, vermutet er.

Wirtschaftliche Schäden minimieren
Es werde jetzt alles getan, um wirtschaftliche Schäden durch eine eventuelle Leistungsminderung der Nutztiere zu minimieren, versprach der oberösterreichische Agrarlandesrat Josef Stockinger (ÖVP). Noch vor Jahresende würden die Rinder der Zuchtvieh-Exportbetriebe vorbeugend geimpft. Sollte sich das Virus in ganz Österreich ausbreiten, wäre mit Kosten von 16 bis 20 Mio. Euro für die Durchimpfung zu rechnen. Die Kosten würden von EU und Bund gemeinsam aufgebracht, berichtete Stockinger nach Rücksprache mit dem Ministerium.

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