Kaufberatung: So finden Sie das richtige Produkt in unserem Vertikutierer Vergleich 2020

Das Wichtigste in Kürze
  • Der Name der Gartengeräte leitet sich aus dem englischen “Verticutter” ab. Er setzt sich aus den Wörtern “vertical” (senkrecht) und “cut” (schneiden) zusammen.
  • Ein Vertikutierer dient dem Anritzen der Rasenoberfläche und der Befreiung von Unkraut und Moos. Es gibt ihn in manueller, Elektro- und Benzin-Ausführung.
  • Ein Rasen sollte keinesfalls mehr als 1-2 Mal jährlich vertikutiert werden. Dementsprechend selten werden Sie Ihr Gerät also nutzen.

Vertikutierer-Test

Egal ob Garten-Laie oder Hobbygärtner, den Ausdruck “Ein Rasen muss atmen” haben wahrscheinlich die meisten schon einmal gehört. Doch wie genau macht man dies möglich? Hier kommt der sogenannte Vertikutierer ins Spiel.

Über die Zeit und viele Mähvorgänge sammeln sich im Rasen Unkraut, Moos und Rasenfilz an. Diese legen sich wie eine dichte Schicht über den Boden und nehmen der Rasenfläche den so dringend benötigten Sauerstoff. Auch die Sonne kann nicht mehr alle Grashalme erreichen. Die Folge ist ein im Wachstum gehemmter Rasen und unschöne, verkümmerte Stellen.

Wie ein Vertikutierer Ihrem Rasen wieder Luft zum Atmen gibt, welche Art von Vertikutierer für Sie geeignet ist und was Sie beim Kauf beachten müssen, erfahren Sie von hier auf Krone.at in unserem folgenden Vertikutierer-Vergleich 2020.

1. Was ist ein Vertikutierer?

Geschichte des Vertikutierers

Das Vertikutier-Verfahren wurde 1955 entwickelt. Der Erfinder, Thomas Mascaro, hatte 9 Jahre zuvor bereits eine andere Form der Rasenbehandlung, das Aerifizieren, entwickelt.

Ein Vertikutierer ist ein Gerät, welches von außen häufig stark an einen Rasenmäher erinnert. Im Gegensatz zu seinem wesentlich bekannteren Bruder besitzt er jedoch keine waagerechten, über den Boden verlaufenden Schnittwerkzeuge. Stattdessen verlaufen seine Federstahlmesser senkrecht in den Boden.

Sein Nutzen besteht hauptsächlich darin, Moos, Unkraut und angesammelte Reste vom Mähen des Gartens aus der Rasenfläche zu entfernen und diese durch die Messer gleichzeitig aufzulockern. Da die Reste Ihrem Rasen Sonne und Nährstoffe verwehren, können Sie das Wachstum nachhaltig negativ beeinflussen.

Das Gerät sammelt Rasenfilz und Unkraut auf und wirft es hinter sich wieder aus, ähnlich einem Rasenmäher. Alternativ besitzen die meisten Modelle einen Fangkorb, in welchen das Vertikutiergut hineingeschleudert wird. Dieser besitzt laut mehrerer Vertikutierer-Tests jedoch häufig ein zu niedriges Volumen, sodass Sie mit dem Auswerfen und anschließendem Zusammenrechen bei vielen Modellen besser bedient sind.

Im Folgenden stellen wir Ihnen die Vor- und Nachteile von Vertikutierern vor:

    Vorteile
  • Boden wird aufgelockert
  • Rasen erhält wieder Sauerstoff
  • einfache Befreiung des Rasens von Rasenfilz, Moos und Unkraut
    Nachteile
  • zeitaufwendig
  • Schädigung der Graswurzeln bei unsachgemäßer Arbeitsweise möglich

2. Welche Arten von Vertikutierern gibt es?

Alle Vertikutierer besitzen die vertikal in den Boden verlaufenden Federstahlmesser, einen Griff und Räder zum einfachen Rollen mit dem Gerät über die Rasenfläche. Obwohl der Grundaufbau immer ähnlich bleibt, haben sich verschiedene Modelle für unterschiedliche Zwecke herausgebildet. Wir stellen Ihnen in den folgenden Abschnitten die häufigsten Vertreter vor.

2.1. Handvertikutierer: Kleine Gartenarbeit mit großer Muskelkraft

Handvertikutierer

Ein Handvertikutierer arbeitet leise und sparsam. Dafür ist jedoch auch eine ungeheure Muskelanstrengung vonnöten.

Der kleinste und am einfachsten aufgebaute Vertreter der Vertikutierer ist der sogenannte Handvertikutierer. Dieser besteht lediglich aus den essenziellen Teilen, sprich Walze mit Messern, Räder und einen Teleskopstab mit Griff. Daraus resultiert natürlich auch, dass Sie ihn vollständig mit Muskelkraft bewegen müssen.

Was für kleine Flächen noch einigermaßen akzeptabel sein kann, stellt schon bei einem mittelgroßen Garten eine hohe Belastung dar, sollten Sie keine durchtrainierten Arme und eine Menge Kondition besitzen. Als Ersatz für das Fitnesstraining ist diese Vertikutierer-Methode ohne Motor dennoch zu empfehlen.

Da diese manuelle Arbeitsweise keinen Strom oder Benzin verbraucht, profitieren Sie bei einem Handvertikutierer jedoch auch vom günstigen Preis in Anschaffung und Unterhalt, der Schonung der Umwelt und dem verringerten Geräuschpegel.

Tipp: Möchten Sie im Muskeltraining vor allem Ihre Beine stärken, bieten sich spezielle Nagelschuhe beim Vertikutieren an. Diese mit langen Nägel besetzten Sohlen werden unter die Gartenschuhe geschnallt und lockern während des Laufens den Boden auf.

2.2. Elektro-Vertikutierer: Ideal bei mittleren und großen Gärten

Der Elektro-Vertikutierer erinnert in seinem Erscheinungsbild, im Gegensatz zum Handvertikutierer, schon eher an einen Rasenmäher. Jedoch sind diese Vertikutierer etwas kleiner und leichter.

Die Arbeit mit dem Gerät wird durch einen Elektromotor erheblich erleichtert. Der verbaute Motor wird über ein Kabel mit einer Steckdose verbunden und kann so auch mittelgroße bis große Gärten bearbeiten. Sollte das Grundstück jedoch mehr als 500 Quadratmeter umfassen, wird Ihnen häufiger das Kabel ausgehen. Hier kann eine Kabeltrommel Abhilfe schaffen.

Der Elektro-Vertikutierer ist auch das erste Modell, das mit einem Fangkorb oder Fangsack ausgeliefert werden kann.

Tipp: Sollten Sie auf das Kabel verzichten, aber dennoch auf Strom setzen wollen, sind Akku-Vertikutierer eine gute Alternative. Der mitgelieferte Akku reicht bei guten Modellen inzwischen bis etwa 500 m². Mit einem Ersatzakku können Sie die Reichweite noch einmal erhöhen.

2.3. Benzin-Vertikutierer: Für die ganz großen Flächen

Wollen Sie eine sehr große Rasenfläche vertikutieren, sollten Sie zu einem Benzin-Vertikutierer greifen. Dieses schwere Modell stellt die teuerste Variante in Anschaffung und Unterhalt dar, jedoch sind Sie dank des Benzins nicht auf ein Kabel angewiesen, welches die maximale Reichweite erreichen oder beschädigt werden könnte.

Der verbaute Benzin-Motor ist jedoch nicht der leiseste und natürlich auch keine Bereicherung für die Umwelt.

2.4. Die Vertikutierer-Arten im Überblick

In der folgenden Tabelle haben wir die wichtigsten Eigenschaften der Vertikutierer-Kategorien noch einmal für Sie zusammengefasst:

Vertikutierer-Typ Beschreibung
Handvertikutierer
Handvertikutierer
  • einfacher Aufbau mit geringen Maßen
  • schont die Umwelt und ist leise
  • Vertikutierer nicht elektrisch, daher relativ günstig
  • fordert viel Muskelkraft
  • nur für kleine Flächen geeignet
Elektro-Vertikutierer
Elektro-Vertikutierer
  • dank Motor wenig Muskelkraft nötig
  • kleiner und wendiger als Benzin-Alternative
  • abhängig von Kabellänge (Verlängerung durch Kabeltrommel möglich)
  • unvorsichtige Personen könnten Kabel während des Vertikutierens beschädigen
Benzin-Vertikutierer
Benzin-Vertikutierer
  • wenig Muskelkraft nötig
  • funktioniert ohne Stromquelle
  • kein Kabel, auf welches geachtet werden müsste
  • hohes Gewicht und weniger wendig als Alternativen
  • schlecht für die Umwelt

Darüber hinaus finden Sie noch viele weitere Formen von Vertikutierern. So gibt es beispielsweise Vertikutierer für Rasentraktoren oder Quads. Diese Modelle werden passenderweise Quad-Vertikutierer genannt.

3. Kaufberatung: Worauf sollte man beim Vertikutierer-Kauf achten?

Nachdem Sie sich also für eine Vertikutierer-Art entschieden haben, sollten Sie auf die individuelle Anforderung an das Gerät achten. In Vertikutierer-Tests wurden insbesondere die Faktoren Arbeitsbreite, Messeranzahl, Arbeitstiefe, Fangkorb und Lautstärke als entscheidend betrachtet. Wir von Krone.at haben die wichtigsten Aspekte der einzelnen Punkte für Sie herausgesucht.

3.1. Arbeitsbreite

Mit der Arbeitsbreite ist hier die Breite der Walze gemeint. Diese bestimmt, wie viel Fläche Rasen Sie gleichzeitig bearbeiten. In Vertikutierer-Vergleichen variiert die Arbeitsbreite meist zwischen 27 und 40 cm.

Im Allgemeinen benötigen Sie nur für sehr große Rasenflächen Geräte mit der maximalen Arbeitsbreite. Für den durchschnittlichen Garten sind 30-35 cm Breite vollkommen ausreichend. Denn auch sehr schmale Stellen sollten Sie noch erreichen können.

3.2. Anzahl der Krallen und Messer

Vertikutierer Messer

Krallen und Messer sollten möglichst eng aneinander liegen, um ein gleichmäßiges Ergebnis zu erzielen.

Die Menge der Messer muss zunächst einmal in Relation zu der Arbeitsbreite betrachtet werden. Bei einer Breite von ca. 30 cm sollten beispielsweise mindestens 16 Messer vorhanden sein. Nur so bekommen Sie ein gleichmäßiges Ergebnis und ersparen sich wiederholtes Bearbeiten und dem Boden so zusätzliche Strapazen.

Generell gilt: Je mehr Krallen und Messer, desto besser. Hierbei sollten Sie jedoch auch möglichst eng aneinander liegen.

3.3. Maximale Arbeitstiefe

Elektro-, Akku- und Benzin-Vertikutierer besitzen die Möglichkeit, die Arbeitstiefe über einen Hebel oder Schalter manuell einzustellen. Dies dient dazu, auch unebene Stellen zu erreichen und hartnäckigen Belastungen den Garaus zu machen. Jedoch sollte der Boden im Normalfall nie mit mehr als 3-5 mm bearbeitet werden. Das Vertikutieren mit einer solchen Tiefe kann Ihren Boden nachhaltig beeinflussen und richtet mehr Schaden an, als dass es dem Garten gut tut.

Während die meisten Vertikutierer verschiedene Stufen zum Einstellen bieten, sind einige wenige Modelle auch stufenlos verstellbar.

3.4. Fangkorb oder Fangsack

Wie bereits erwähnt, besitzen nahezu alle Geräte, welche mit Motor arbeiten, einen Fangkorb oder Fangsack. Was in der Theorie nach Zeitersparnis klingt, ist in Realität nur bei Vertikutierer-Testsiegern hilfreich. Sobald Sie einen mindestens mittelgroßen Garten bearbeiten, verbringen Sie viel Zeit mit dem abmontieren, leeren und wieder anmontieren des Korbs, da dieser bei vielen Modellen zu wenig Korbvolumen in Litern aufweist.

Wollen Sie lange unterbrechungsfrei arbeiten, achten Sie auf ein möglichst großes Korbvolumen. Alternativ nehmen Sie ihn ab und rechen Sie die Reste mit einer Harke zusammen.

3.5. Lautstärke

Sollten Sie einen Benzin-Vertikutierer nutzen wollen, können Sie sich zu Ihrem Gerät direkt einen Gehörschutz mit bestellen. Denn Benzin-Vertikutierer liegen im Schnitt bei 92 bis 107 dB und können daher schädlich für Ihr Gehör sein. Elektro-Vertikutierer sind auch nicht gerade leise, jedoch wesentlich eher hinnehmbar. Wenn Sie mit einer geringen Lautstärke in dB arbeiten wollen, bleibt nur die manuelle Variante mit einem Handvertikutierer.

Da Sie Ihren Vertikutierer jedoch in den meisten Fällen nur 1-2 Mal im Jahr nutzen, sollte die Lautstärke bei Ihrer Kaufentscheidung nicht die entscheidende Rolle spielen. In jedem Fall sollten Sie auf das Vertikutieren zu Ruhezeiten verzichten.

4. Wie vertikutiert man richtig?

Gartenarbeit mit Vertikutierer zu jeder Jahreszeit

Nach dem Vertikutieren sollten Sie Ihren Rasen in jedem Fall sanden oder düngen.

Das Vertikutieren ist zu jeder Jahreszeit theoretisch möglich. Es wird jedoch besonders im späten Frühjahr, kurz vor den richtig warmen Temperaturen, empfohlen. Hierbei wird der Rasen zunächst einmal gemäht und auf eine Höhe von ca. 3-5 cm gebracht. Anschließend stellen Sie das Gerät auf 1-2 mm ein und fahren den Rasen einmal ab, sobald dieser getrocknet ist.

Überprüfen Sie nun das Ergebnis. Stellen Sie fest, dass immer noch einiges an Rasenfilz vorhanden ist, können Sie Ihren Vertikutierer auf 3-4 mm einstellen und eine erneute Runde drehen.

Idealerweise fahren Sie Ihren Garten pro Vertikutiervorgang zweimal ab. Zunächst längs, anschließend noch einmal quer.

Sollten Sie einen besonders pflegebedürftigen Rasen besitzen, ist auch ein zweites Vertikutieren im Herbst möglich.

Nach der Rasenpflege sollten Sie bei kahlen Stellen nachsäen. Häufig wird in Verbindung mit dem Vertikutiervorgang der Garten auch gesandet. Alternativ können Sie ihn auch direkt düngen. Da der Rasen frei liegt und aufnahmefähig ist, kann das Düngen oder Sanden wahre Wunder bewirken.

5. Welche Hersteller produzieren Vertikutierer?

Die häufigsten Hersteller von Vertikutierern sind:

  • Bosch
  • Einhell
  • Makita
  • Scheppach
  • IKRA

Viele Baumärkte bieten Vertikutierer auch unter der Eigenmarke an. Laut mehrerer Vertikutierer-Tests sind diese Produkte jedoch häufig denen der bekannten Hersteller in Verarbeitung und Ergebnis deutlich unterlegen.

6. Zwei der häufigsten Fragen rund um Vertikutierer

6.1. Was sagen die Testportale zu Vertikutierern?

Stiftung Warentest hat in der Ausgabe 04/2012 18 Elektro-Vertikutierer getestet. Hierbei wurden sechs Geräte als “Gut” bewertet, jedoch auch zwei als “mangelhaft”. Der Testsieger stammt von Gardena. Doch auch Viking und Einhell haben gut abgeschnitten.

Das Portal Öko-Test hat zum aktuellen Zeitpunkt noch keine Vertikutierer getestet.

6.2. Vertikutierer oder Rasenlüfter?

Ein Rasenlüfter stellt im Vergleich zum Vertikutierer die wesentlich schonendere Variante für Ihren Rasen dar. Statt Messer besitzt er mehrere Stahlzinken, mit welchen Sie Ihren Garten von groben Rasenfilz befreien können. Jedoch ist er wesentlich weniger effektiv, als die Messer des Vertikutierers.

Mit einem Rasenlüfter können Sie Ihren Garten theoretisch jederzeit bearbeiten, da der eigentliche Boden keinen Schaden nimmt.

Einige Vertikutierer-Modelle bieten eine extra Lüftungswalze, bzw. Lüfterwalze, an, welche anstatt der eigentlichen Messer montiert werden kann.

Möchten Sie Ihren Garten also ohne große Eingriffe belüften, sollten Sie Ausschau nach Vertikutierern mit Lüftungswalze halten oder sich spezielle Rasenlüfter-Tests ansehen.

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