Für viele alltägliche Dinge braucht der Körper Kraft. Trotzdem hält sich hartnäckig die Vorstellung, dass Krafttraining vor allem dazu dient, möglichst viele Muskeln aufzubauen. „Dieser Gedanke ist weit verbreitet, aber fernab der Realität“, sagt Alex Wegscheider, der im Frühjahr das erste österreichische “Gymstar“-Fitnessstudio am Klopeiner See eröffnet hat. Muskeln erfüllen schließlich auch abseits des Sports wichtige Aufgaben. „Grundlegend kann man die Muskulatur als Unterstützung für Knochen, Gelenke und Bänder sehen“, erklärt Wegscheider. Werden die Muskeln kaum beansprucht, fehlt dem Körper diese Unterstützung.
Für den Einstieg ist es nie zu spät

Das gilt auch im höheren Alter. Wegscheider empfiehlt Senioren zu Beginn leichtes Krafttraining an geführten Geräten. Dadurch bleiben die Bewegungsabläufe einfach und kontrollierbar. Ergänzend können Mobilitätsübungen dabei helfen, Beweglichkeit für den Alltag zu erhalten. Wichtig sei, langsam zu beginnen und sich nicht gleich zu überfordern. Wer noch nie in einem Fitnessstudio war, muss sich außerdem nicht alleine durch den „Gerätedschungel“ kämpfen. „Am besten gleich am Anfang nach Hilfe fragen und sich gut beraten lassen“, rät Wegscheider. Ein Trainer kann Übungen erklären und einen Plan erstellen, der zum persönlichen Ausgangsniveau passt.
Zwei bis drei Einheiten reichen
Für ein gesundes und vitales Leben muss niemand täglich Gewichte stemmen. „Zweimal bis dreimal die Woche Ganzkörpertraining ist mehr als ausreichend“, sagt Wegscheider. Entscheidend sei vielmehr, langfristig dranzubleiben. Dabei hilft es, Training zu einem festen Bestandteil der Woche zu machen und sich an die eigenen Fortschritte zu erinnern. Auch der Austausch mit anderen Trainierenden kann in Phasen helfen, in denen die Motivation fehlt. Denn Krafttraining muss kein Selbstzweck sein: Im besten Fall sorgt es dafür, dass vieles, was im Alltag selbstverständlich erscheint, möglichst lange selbstverständlich bleibt.
von Florian Pingist