Beim Familienessen wird durcheinandergeredet, im Restaurant läuft Musik und beim Fernsehen muss die Lautstärke immer weiter aufgedreht werden. Was zunächst wie eine Kleinigkeit erscheint, kann auf Dauer zur Belastung werden. Denn wer Gesprächen nur schwer folgen kann, zieht sich möglicherweise immer häufiger zurück. „Hören verbindet uns mit anderen Menschen, ermöglicht Gespräche und gibt Sicherheit im Alltag“, erklärt Brigitte Slamanig, Obfrau des Vereins Forum besser HÖREN Schwerhörigenzentrum Kärnten. Sie setzt sich seit Jahren für die Anliegen hörbeeinträchtigter Menschen ein. Für sie bedeutet gutes Hören deshalb weit mehr, als Geräusche wahrzunehmen: „Hören und Verstehen bedeutet dazugehören.“
Wenn Gespräche mühsam werden
Hörprobleme betreffen häufig auch das familiäre Zusammenleben. Missverständnisse entstehen, weil Gesagtes falsch verstanden wird oder Angehörige glauben, dass ihnen nicht zugehört wird. „Das kann auf Dauer für alle Beteiligten belastend sein“, weiß Slamanig. Umso wichtiger sei es, offen über Veränderungen zu sprechen und gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Ein typisches Warnsignal kennt sie aus ihrer Beratungstätigkeit: „Ich höre ja noch gut – ich verstehe nur nicht alles.“ Gerade wenn Gespräche in größeren Gruppen anstrengend werden oder häufiges Nachfragen notwendig ist, kann das auf eine Hörminderung hindeuten.
Rechtzeitig Klarheit schaffen
Wer Veränderungen bemerkt, sollte sein Gehör überprüfen lassen. „Lieber einmal früher als zu spät“, empfiehlt Slamanig. Ein Hörtest bedeutet dabei keineswegs automatisch, dass ein Hörgerät notwendig wird. Ist eine Hörversorgung sinnvoll, stehen heute unterschiedliche Möglichkeiten zur Verfügung. Neben modernen Hörgeräten können beispielsweise spezielle Telefon- und TV-Lösungen, externe Mikrofone oder andere Hörsysteme den Alltag erleichtern. Das Forum „besser hören“ bietet eine kostenfreie, unverbindliche und unabhängige Beratung kärntenweit rund um Hörprobleme und Hörversorgung.

von Florian Pingist