Das ständige Hochloben der Privatmedizin lässt viele Senioren betroffen zurück. Sie kommen aus Zeiten, in denen „Wahlarzt“ noch ein Fremdwort war und Warnungen vor zukünftig langen OP-Wartezeiten als falsche Panikmache hingestellt wurden. Sie haben den SPÖ-Versprechungen von sicheren Pensionen und einer klassenfreien Krankenversorgung geglaubt. Jetzt brechen beide Kartenhäuser in sich zusammen. Sozialistische Politiker Skandinaviens hingegen bauten Pensionsleistungen auf mehreren Säulen auf und achteten bewusst auf solidarisch agierende Gesundheitssysteme. Daher sind Dänen „korruptionsverdächtige“ Empfehlungen wie: „Bei geplanten Eingriffen bitte immer zuerst den Operateur in seiner Wahlarztpraxis aufsuchen!“ fremd. Im Gegensatz zu den Beschwichtigungen von Ärzte-Chef Steinhart zahlt sich dieser Umweg aus. Leider. Einer derart überwuchernden Geldmedizin folgt logischerweise der Mangel an Kassenärzten. Nun erkennen Senioren, dass sie die Politik belogen hat. Sie würden gern umgehend eine Zusatzversicherung abschließen. Zu spät! Astronomisch hohe Beitragssätze lassen das nicht zu.
Dr. Wolfgang Geppert, Wien
Erschienen am Do, 22.10.2026
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