Seine sachlich-ruhige Gesprächsführung zeigte, dass er der neuen Aufgabe als Vizekanzler durchaus gewachsen ist. Im Gegensatz zu früheren Koalitionen vermied er geschickt, Koalitionspartnern über Medien etwas auszurichten. Babler, der nach 7 Jahren Opposition die SPÖ in eine Koalition führte, konnte bei den Regierungsverhandlungen bei Themen wie Personalentscheidungen (z. B. Marterbauer) mit Durchsetzungskraft punkten. Wer hätte ihm nach der NR-Wahl zugetraut, dass er die SPÖ zurück in Regierungsverantwortung führt und als Vizekanzler Verantwortung übernehmen wird? Bankenabgabe, Mietpreisstopp, Kindergrundsicherung u. v. m. wurden ins Regierungsprogramm aufgenommen und z. T. bereits umgesetzt. Damit zeigt sich eine deutliche soziale Handschrift. Mit der Aussage, dass durch Maßnahmen das faktische Pensionsalter erhöht werden muss, bevor eine Erhöhung des gesetzlichen gefordert wird, liegt er völlig richtig. In mehr als 10 Jahren als Bürgermeister von Traiskirchen, wo er mit dem Flüchtlingslager große Herausforderungen bewältigen musste, hatte er mehr als 70% Zustimmung. Nun bemüht sich der vielleicht bisher unterschätzte, manchmal emotionale und leidenschaftliche Vollblutpolitiker trotz Gegenwind zu zeigen, dass er in der Vergangenheit zu Unrecht mit Vorbehalt behandelt wurde. Trotz Krise müssen Babler und die Sozialdemokratie einen Weg finden, sich mit Nachdruck den Herausforderungen der Zeit zu stellen und v. a. die Menschen zu überzeugen. Für Stolpersteine sorgen nicht nur Koalitionspartner, sondern auch Opposition, manche Medienbeiträge und einige „Parteifreunde“.
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