Das freie Wort

Dürre lässt sich nicht wegversichern

Mit Verwunderung habe ich den Kommentar von Frau Bischofberger „Die Gießkanne“ gelesen. Das 240-Millionen-Euro-Dürrehilfepaket als „Gießkannenprinzip“ zu bezeichnen und dabei den Eindruck zu vermitteln, dass viele Betriebe aufgrund einer Dürreversicherung ohnehin keine Unterstützung benötigen würden, ist eine Verdrehung der Tatsachen. Österreich erlebt heuer eine Dürre historischen Ausmaßes. Die vergangenen zwölf Monate waren die trockensten seit Beginn der Messungen im Jahr 1850. Der direkte Schaden für die heimische Landwirtschaft beläuft sich mittlerweile auf rund eine Milliarde Euro – so viel wie in den vergangenen neun Jahren zusammen! Unsere Bäuerinnen und Bauern haben vorgesorgt. Rund 400 Mio. Euro der Schäden sind durch die Dürreversicherung gedeckt. Wer daraus ableitet, dass versicherte Betriebe die Dürre wirtschaftlich gut verkraften und deshalb keine Unterstützung brauchen, vermischt zwei völlig unterschiedliche Dinge. Eine Versicherung ersetzt nicht den gesamten wirtschaftlichen Schaden eines Betriebes. Die hohe Versicherungsquote von rund 80% der Ackerflächen als Begründung dafür heranzuziehen, einen Teil unserer Bauernfamilien als weniger unterstützungswürdig darzustellen, ist schlicht falsch. Ein einfaches Beispiel zeigt das deutlich: Wenn auf einem tierhaltenden Betrieb aufgrund der Dürre das eigene Futter fehlt, muss Futter zu deutlich gestiegenen Preisen zugekauft werden. Diese zusätzlichen Kosten ersetzt keine versicherte Ackerfläche. Gleichzeitig fehlen Erträge, Reserven werden aufgebraucht und die laufenden Kosten für den Betrieb bleiben bestehen. Die Dürre trifft die heimische Landwirtschaft in ihrer ganzen Breite, wenn auch auf jedem Hof unterschiedlich. Versicherte ge-gen nicht versicherte Be-triebe oder einzelne Betriebszweige gegeneinander auszuspielen, geht an der Realität auf unseren Höfen vorbei. Das Dürrehilfe-Paket ist keine „Gießkanne“, sondern eine notwendige Entlastung in einer historischen Ausnahmesituation. Es soll die Liquidität und Handlungsfähigkeit unserer bäuerlichen Familienbetriebe absichern, damit sie weiter wirtschaften und produzieren können. Denn am Ende geht es um mehr als einzelne Ernteausfälle. Es geht um die Zukunft unserer bäuerlichen Familienbetriebe und darum, dass Österreich auch morgen noch auf eine starke heimische Lebensmittelproduktion zählen kann.

Mag. Corinna Weisl, Direktorin des Österreichischen Bauernbundes, per E-Mail

Erschienen am Mi, 26.8.2026

Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Hinweis in eigener Sache: Schon bald erwartet Sie auf krone.at ein rundum erneuerter Forenbereich mit vielen neuen Features! Mehr Informationen finden Sie hier.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Weitere Leserbriefe
13.10.2026Datum auswählen
Die Krisengewinner beim Namen nennen
Geht es nach den täglichen Berichten in den Medien, sind allein der Iran-Konflikt, der Krieg in der Ukraine und die Huthi-Rebellen daran schuld, dass ...
Ing. Hans Peter Jank
500 Bauern zittern um ihre Existenz
Die Bauern haben der Industrie vertraut, dass ihre Produkte vor Ort abgenommen und verarbeitet werden. Der belgische Eigentümer schließt nun quasi ...
Franz Mostögl
Ardo-Aus
Zuerst werden Firmen an ausländische Unternehmen verkauft und dann ist man überrascht, dass diese Betriebe nach Kosten-Nutzen-Rechnung, falls ...
Alfred Oster, Paralimni
Die Demontage von Babler
Der Niedergang der SPÖ ist nicht das Verschulden Bablers. Nein, dieser Zustand wurde von den Intrigen und der Hinterlist in der SPÖ herbeigeführt, ...
Franz Neller
Aufpasser für den Vizekanzler
Es ist eine Schande und dazu in der Politik eine Novität, dass ein amtierender Vizekanzler „besachwaltet“ werden muss. Ein Armutszeugnis für die ...
Dieter Raidl
Wenn er wirklich helfen will.
Wenn Babler der SPÖ wirklich helfen will, dann muss er sofort von allen Ämtern zurücktreten. Wer dann Parteichef ist, ist zweitrangig. Auf den ...
Leo Böckl
Die wahren Totengräber
Die „Granden“ aus Wien rund um Bürgermeister Ludwig sind mit ihm die wahren Totengräber der Sozialdemokratie. Die Stadt Wien ist nun wohl in allen ...
Helmut Speil
Ein wahres „Genie“
Die USA finanzieren also jetzt durch großzügige Öleinkäufe den russischen Aggressionskrieg. Gleichzeitig sponsern sie damit Trumps „Lieblingsfeind“, ...
Mag. Gunther Spath, Brigadier i. R.
Kopftuchverbot
Ein generelles Kopftuchverbot wäre sehr notwendig, und das nicht nur in der Schule. Ich unterrichtete früher praktische Fächer. Ein Kopftuch in ...
Renate Gradischnegg
Land statt Bund
Die Landespolitik lässt immer wieder durch kluge Vorschläge aufhorchen. Zuletzt war es Vorarlbergs LH Wallner, der sich vernünftigerweise für eine ...
Mag. Martin Behrens
Paketsteuer
Da beschließen die drei Regierungsparteien eine Paketsteuer, um einerseits die Paketflut einzudämmen und andererseits die Senkung der Mehrwertsteuer ...
Nikolaus Pockenauer
Es wird nicht ordentlich gewirtschaftet
Die ORF-Abgabe ist laut höchstgerichtlichem Entscheid rechtens, da man ORF konsumieren könnte, wenn man wollte. Es ist nach dem Gleichheitsgrundsatz ...
Karin Kornfeld
AMS-Chef Kopf in der „Pressestunde“
Mathematik schlägt Ideologie? Irgendwann schlägt hoffentlich Hausverstand Dummheit. Immer dieselbe Leier bei Pensionen. Fällt der Politik und deren ...
Walter Janisch
Ansagen mit Kopf
Die „Pressestunde“ war sehr lehrreich. AMS-Chef Kopf, ausgestattet mit profunder Kenntnis seines Fachgebiets, konnte mit überraschend klaren ...
Dipl.-Päd. Günther Kraftschik
Später in die Pension
AMS-Vorstandsvorsitzender Kopf fordert ein höheres Pensionsantrittsalter. Ist der Mann noch bei Trost? Menschen, die schwer arbeiten, wie Bau- bzw. ...
Robert Lehmann
Bald ist es wieder so weit
Die Zeitumstellung steht uns bald ins Haus. Wie soll die EU große politische, wirtschaftliche und administrative sowie friedensstiftende Aktionen ...
Rudolf H. Krenn
Hinrichtung
Die gescheiterte Hinrichtung von Christa Pike in den USA zeigt Grenzen auf, des Rechtsstaates und vor allem der Todesstrafe. Nach zwei Giftspritzen ...
Markus Karner
Unfassbar
Dass der Ukraine-Krieg alleine Putin zugeordnet werden muss, ist so. Aber dass irgendwo ein Mensch am Computer sitzt (den man gar nicht als Mensch ...
Friedrich Thalinger sen.
Schröder traf Putin
Herr Grünbauer, ich respektiere Ihre Meinung in Ihrem Leserbrief. Aber viele Menschen werden denken wie ich, nämlich, dass man einem Mann, der ein ...
Leopold Kummer
Rabatt-Pickerln
Abgesehen davon, dass die Regierung völlig unfähig ist, Teuerungen gezielt und sinnvoll entgegenzutreten, ist es umso verwunderlicher, dass ...
Sonja Spangl
Bravo, Herr Bundespräsident!
In einer wirklich sehr turbulenten Zeit in der österreichischen Politik hört und sieht man von unserem sehr müde wirkenden Bundespräsidenten absolut ...
Ricki Posch
Kolumnen
Danke, Herr Hauenstein, für Ihre Kolumnen. Ich denke, nicht nur ich schätze Sie ob Ihrer mutigen, nicht einseitig tendenziösen Berichte. Bitte weiter ...
Mag. Sibylle Gross
Neuwahlen, und dann?
Ich möchte Herrn Weinpolter voll zustimmen bzgl. der Mehrheit für Herrn Kickl bei einer Nationalratswahl. Wenn’s dann vielleicht einmal klappt, ...
Reinhold Buchsbaum

Voriger Tag
13.10.2026Datum auswählen
Nächster Tag
Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung