Das freie Wort

„Demokratie, das sind wir“

Wir haben unsere „Kronen Zeitung“ – „Die Stimme Österreichs“. Sie gibt uns ein Rednerpult mitten in der Öffentlichkeit: bei Behördenwillkür, Pensionen und Pflege, Teuerung, Bürokratie, Sicherheit, Umwelt, Tierschutz – für das echte Leben. Bürgernah, heimatverbunden und unbequem, wenn es sein muss. Die da oben haben Macht, Mikrofone und große Bühnen. Für die Behörde ist ein Bescheid ein Vorgang – für Betroffene eine schlaflose Nacht. Für die Politik ist es ein Beschluss – für den Bürger eine höhere Rechnung. Der Pensionist verzweifelt am Online-Formular und der ID. Die Mutter kämpft um den Betreuungsplatz. Der Pensionistin laufen beim Einkauf die Preise davon. Dem Arbeiter fressen die Steuern seine Überstunden auf. Die Unternehmerin erstickt unter Bürokratie. Der Kranke kämpft um seine Leistung. Wie wenig sich Menschen von einem System ernst genommen fühlen, zeigen Zahlen der AK OÖ: Bis zu 70 Prozent der Antragsteller auf Invaliditäts- oder Berufsunfähigkeitspension empfanden die PVA-Begutachtung als wenig oder gar nicht respektvoll und herabwürdigend. Hinter diesen Zahlen stehen Menschen, die sich Gehör, Fairness und Respekt erwarten dürfen. Hier beginnt die Kraft des Leserbriefs. Der Bürger ist nicht nur Leser. Er ist Mitautor des öffentlichen Gesprächs. Für manche ist ein Leserbrief mehr als das: ein Ventil, ein persönlicher Befreiungsschlag. Vielleicht wird er nie veröffentlicht. Aber wer seine Gedanken zu Papier bringt, trägt sie nicht länger mit sich herum. Aus Ohnmacht wird ein Wort. Und manchmal wird aus persönlicher Sorge eine öffentliche Stimme, in der sich viele wiederfinden. Wer sich ungerecht behandelt oder nicht ernst genommen fühlt, kann mit einem Leserbrief zum Nadelstich werden. Aus vielen Stichen wird ein öffentlicher Aufschrei. Einen Einzelnen kann man überhören. Viele nicht. Die „Krone“ muss nicht jede Meinung teilen. Aber sie lässt uns zu Wort kommen. Wir haben keine Regierungsbank, kein Ministerium, keinen Apparat. Wir haben Worte. Wir haben die „Krone“. Wir dürfen loben, widersprechen, kritisieren, aufzeigen und den Finger dorthin legen, wo es wehtut. Eine Demokratie braucht nicht nur Politiker, die reden. Sie braucht auch Bürger, die den Mund aufmachen – und eine Zeitung, die ihnen dafür Raum gibt. Was oft am Küchentisch beginnt, darf dort nicht verstummen. Die „Krone“ macht daraus Öffentlichkeit. Melden wir uns zu Wort – aus vielen Stimmen wird eine starke Stimme, die im ganzen Land gehört wird. Demokratie, das sind wir.

Alessandro Ferrari, Wien

Erschienen am Sa, 22.8.2026

Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Weitere Leserbriefe
22.8.2026Datum auswählen
„Demokratie, das sind wir“
Wir haben unsere „Kronen Zeitung“ – „Die Stimme Österreichs“. Sie gibt uns ein Rednerpult mitten in der Öffentlichkeit: bei Behördenwillkür, ...
Alessandro Ferrari
Wegweisung einer 80-Jährigen!
Das ist ein echtes Zuckerl, das man sich auf der Zunge zergehen lassen muss! Nach einem eskalierten Nachbarschaftsstreit in Linz-Kleinmünchen wurde ...
Odo Döschl
Wahlhelfer für Kickl
Wegweisung einer 80-jährigen Österreicherin aus ihrer Wohnung nach 57 Jahren – eine unbescholtene Person! Danke an die Justiz, an die BH und an die ...
Johann Gansch
Falsche Prioritäten schaden den Bauern
Millionen Euro fließen in Entwicklungsprojekte ins Ausland und Milliarden in andere globale Töpfe – doch für unsere heimische Landwirtschaft fehlt ...
Josef Pratsch
Politbasar
Die Koalitionsregierung agiert wie auf einem Basar. Ob Dürreentschädigung, Wehrdienstreform oder Bundesstaatsanwalt, jede Partei versucht im Abtausch ...
Franz Peer
Milliarden verbrennen, um Millionen streiten
Während Dürre und Hitze Milliardenschäden verursachen, streitet die Politik über Hilfsmillionen. Das ist, als würde man beim brennenden Haus über die ...
Martina Aumann
Was uns wirklich beeindruckt
Klarer als jede Umfrage zeigen die Einschaltzahlen des ORF bei folgenden Sendungen, was den Bürger am meisten interessiert. ORF-„Sommergespräch“: ...
Josef Rosenberger
Unfähigste Regierung aller Zeiten?
Da sitzen sie im Kanzleramt – vormittags, nachmittags, wie Sie schreiben – und bringen nicht einmal ein Dürrehilfsgesetz zustande, das in der ÖVP ...
Horst Walter Fischer
Justizgroteske
Es ist unfassbar und so grotesk, dass es unglaubwürdig erscheint. Erfahrene und bestbezahlte Anwälte lassen sich von einem „plumpen Fälscher“ an der ...
Mag. Gerhard Wertanzl
„Geld stinkt nicht“
Eigentlich unglaublich, was sich da drei sehr bekannte österreichische Anwälte erlauben. Ganz in Manier moderner justizieller Kriegsführung, wie wir ...
Martin Krämer
Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser
So viel Vertrauen ist schon selten! Ich glaub, von solchen Top-Anwälten müsste man erwarten können, dass – ehe sie zum Kadi rennen – Betrüger gar ...
Fred Stöger
Packerln und EU
Die EU (Europäischer Untergang) bleibt ihrem Motto treu: Alles zu Tode regulieren. Die Frage ist, wie lange lassen wir uns das noch gefallen? Da wäre ...
Leonhard Steiner
Wirre Sozialpolitik
Statt sich sinnvoll und endlich auf bundesweit wirklich einheitliche Beträge für Sozialhilfen zu einigen, wird wirr herumdebattiert. Dabei wäre ...
Heinrich Nowak
Interview Barbara Novak
Beim Interview mit Barbara Novak wurde gefragt, ob Babler noch der Richtige für die SPÖ sei. Diese meinte, es gebe aktuell keinen Besseren. Na, das ...
Karl Hadamovsky
Harte Zeiten für die Russen
Putins Krieg in der Ukraine hinterlässt in der russischen Wirtschaft Spuren der Erschöpfung, meinte Kurt Seinitz neulich in seiner Kolumne. Nun wird ...
Werner Schupfer

Voriger Tag
22.8.2026Datum auswählen
Nächster Tag
Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung