Das Jahr hat gerade erst begonnen. Trotzdem lässt es sich schon jetzt nicht mehr schönreden. Trump vor der Tür und Putin in der Tür. Neben einem politisch taumelnden wie schwachen Europa. Österreich steht eine Zeitenwende bevor, die sich gewaschen hat! Zu einer zerstrittenen SPÖ gesellt sich jetzt auch eine zerstrittene ÖVP. Auch der Spalt, der sich durch unsere Gesellschaft zieht, kann kaum noch größer und tiefer werden. Die Hauptschuld für das Scheitern der Regierungsverhandlungen mit den Neos geben die Wähler berechtigterweise vor allem ÖVP und SPÖ. Wenn sich die ÖVP ins blaue Bettchen legt, steht Österreich vor seiner ersten Rechts-außen-Regierung seit der Nachkriegszeit. Die ÖVP ignoriert, dass sich eine in den letzten vier Jahren immer mehr radikalisierende FPÖ, die noch dazu im Falle von Neuwahlen bei rund 40 Prozent landen würde, nur mehr irrelevant bändigen lässt. Und Kickl wird sich auch nicht vom Putin-Freund in einen Pro-Europäer verwandeln. Das Einfallstor für Russland nach Europa wird deutlich größer. Den gravierenden Unterschied zwischen einer ohnehin schon folgenreichen FPÖ-Regierungsbeteiligung und einer Regierung unter FPÖ-Führung werden leider wir alle im Land und auch in Europa früh genug schmerzhaft spüren.
Christian Stafflinger, Linz
Erschienen am So, 12.1.2025
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