In Brüssel gibt es mittlerweile mehr als 12.000 im Transparenz-Register verzeichnete Organisationen, die sich mit Lobbyismus beschäftigen. Die Abgeordneten im EU-Parlament verwerten deren „gute Ratschläge“ bei den Abstimmungen. Ich will nicht wissen, woraus diese Empfehlungen bestehen! Was ich jedoch genau weiß: Wenn sich das nicht radikal und sofort ändert, werden wir weiterhin im Supermarktregal Hunderte Käsesorten finden, die vom anderen Ende der Welt herbeigekarrt oder eingeflogen werden. Freier Warenverkehr schön und gut, aber wenn wir die Umweltschäden in den Transportkilometern einrechnen, braucht man keine Verbote auszusprechen. Der dänische Käse und die Trauben aus Neuseeland werden dann eben fünfmal so viel kosten wie die hiesigen. Der Wein aus Kalifornien wird teurer sein als der Gumpoldskirchner und Tausende Formel-1-Fans werden nicht mehr Hunderttausende Kilometer in stinkenden Autos zurücklegen, um ihren Helden zuzujubeln. Apropos Helden: Wer hat es zuwege gebracht, dass der Formel-1-Wanderzirkus als Sport gehandelt wird? Früher hat man vielleicht Erfahrungen im Fahrzeugbau daraus gewonnen, heute ist das eine gigantische Geldmaschine, und die Fernsehanstalten zahlen noch dafür, dass sie das übertragen dürfen. Man darf eben die Lobbyisten nicht unterschätzen (siehe oben). Die Zeit der Ausreden ist vorbei. Vermutlich muss unser Globus endgültig kollabieren, damit die letzten Überlebenden neue Überlebenspraktiken überlegen!
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