Teile der Kulturwelt und natürlich die Betroffenen zeigen sich empört über die vorzeitige Absetzung des gesamten „Jedermann“-Teams in Salzburg, und Regisseur Sturminger überlegt sogar eine Klage. Dabei geht es weniger um die Schauspieler, die so schlecht nicht waren, sondern primär um die Inszenierung, aber mitgefangen ist oft mitgehangen. Inhaltlich überfrachtet mit zeitgeistiger Problemkultur, diesmal Klima, und formal fast inszeniert wie eine Transvestitenshow zeigten sich Publikum und sogar manche Kritik nicht wirklich begeistert. Die Zuschauer, die eine Menge Geld für die Karten zahlen, wollen mehrheitlich weder Um- noch Neudeutungen, sondern Klassiker so authentisch auf der Bühne sehen wie ursprünglich entstanden. Doch ob ausgerechnet ein kanadischer Opernregisseur für ein deutschsprachiges Theaterstück die Wende bringt, bleibt abzuwarten. Aber solange Jedermann keine Frau und die Buhlschaft kein Mann ist, ist die Theaterwelt noch halbwegs in Ordnung.
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