Sie ist die Meisterin der PR. Kaum eine andere Leichtathletin verkauft sich bei uns so gut wie Julia Mayer. Man kann aber eine Sache nur erfolgreich vermarkten, wenn die Ware stimmt. Das ist bei Österreichs Rekordläuferin natürlich der Fall. In Graz schraubte sie ihren nur drei Wochen alten Rekord im Halbmarathon schon auf 1:10:11.
Auf den Klaviaturen ihrer zahlreichen Social-Media-Kanäle spielte die 33-Jährige nach dem Rekord scheinbar simultan, wohl vierhändig mit ihrem Freund und Manager, Richard Schmied. Man musste als Sportfan schon blind sein, um nicht mitzubekommen, dass die EM-Zehnte wieder Rekord gelaufen war.
„JMPC“ kommt ins Laufen
Wie sie ihr Training, die zahlreichen Wettkämpfe, die vielen Auftritte, die PR in eigener Sache und ihre clevere Medienarbeit so perfekt unter einen Hut bringt, erscheint manchmal wie ein kleines Wunder. Zuletzt ist zudem ein neues Projekt hinzugekommen, das sie in dieser Woche präsentieren wird und, wie kann es anders sein, mit einem eigenen, neuen social-media-Account flott auf Trab bringen wird. Das Ganze läuft unter dem Kürzel „JMPC“.
Hinter diesen vier Buchstaben versteckt sich „Julia Mayer Performance Center“. Die eigentliche Geschichte dahinter sei „typisch Julia“, sagt Richard Schmied, „sie überlässt nichts dem Zufall, auch nicht ihre eigene Trainingsumgebung. Genauso wie sie ihr Training über Jahre lückenlos dokumentiert und steuert, hat sie sich mit dem JMPC gezielt die besten Bedingungen für ihren Weg nach Los Angeles 2028 geschaffen, statt sich mit dem zufrieden zu geben, was zufällig verfügbar war.“
Ein Urlaub brachte die Idee
Den Ausgangspunkt für das JMPC bildete heuer ein eigentlich als Urlaub geplanter Aufenthalt in der Vila Vita Pannonia nach dem Linz-Marathon im April. Julia erkannte die Trainingsbedingungen vor Ort und dachte weiter: „Ich hatte das immer so im Hinterkopf, dass ich in dieser Richtung etwas machen möchte. Ich habe gesehen, dass ich hier sehr gut trainieren und richtig gut abschalten kann.“ Aus dieser Idee entwickelte sich über Monate systematisch das, was heute das „Julia Mayer Performance Center“ ist.
Auf dem Weg nach Los Angeles
Julia bereitet sich dort gezielt auf die Olympischen Spiele in Los Angeles 2028 vor. Ihr Zwischenstand in diesem Jahr: der sensationelle zehnte Platz bei der Marathon-EM in Birmingham in 2:28:23, dazu die Halbmarathon-Rekorde bei der Straßenlauf-WM in Kopenhagen (1:10:54) und in Graz (1:10:11). In Kürze wird da noch mehr kommen. Passen die Bedingungen beim Halbmarathon in Valencia am 25. Oktober, läuft Julia Mayer dort unter 70 Minuten. Aber auch das soll nur ein Zwischenschritt sein zu ihrem letzten großen Ziel 2026, dem Valencia-Marathon am 6. Dezember. Dort wird sie ihren im Vorjahr aufgestellten ÖLV-Rekord von 2:26:08 angreifen.
Erster Performance Check
Zuvor aber stehen in dieser Woche wichtige Termin im JMPC auf der Tagesordnung. Am Freitag ist sie im Vila Vita Pannonia mit ihrem Podcast erstmals live vor Publikum, inklusive eines „Meet & Greet“. Am Wochenende folgt im JMPC ein Performance Check, das erste buchbare Event im JMPC – mit Leistungsdiagnostik am Laufband, Feldtest mit Laktatmessung und persönlicher Auswertung. Julia ist das ganze Wochenende vor Ort.
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