Den Frieden nehmen sowohl Israelis als auch Palästinenser in den Mund, wenn sie einander begrüßen. Ich träume davon, dass sie diesen Gruß auch der Konfliktpartei wünschen! Wo, wenn nicht auf dem neutralen Boden Wiens, wo Schutz und Hilfe gewährt wird, können in dieser ausweglos scheinenden Situation Friedensschritte gesetzt werden? Ich träume davon, dass die Menschen nicht die Fahnen der Konfliktpartei herunterreißen, sondern die eigene dazu hissen, um die Aufmerksamkeit auch auf die Gesamtsituation zu lenken. Wo sind die Mütter beider Seiten, die gemeinsam um ihre Männer, Kinder, ihre Heimat trauern? Wo sind die Menschen, die miteinander, Seite an Seite, demonstrieren, einander zuhören, Gespräche führen, musizieren, laufen, beten was immer, um dem gegenseitigen Morden und Schlachten und Rächen ein Ende zu setzen? Wann, wenn nicht jetzt, ist es höchst an der Zeit – abseits der aufgeheizten Atmosphäre im Nahen Osten –, Schritte zu setzen, die dazu führen, Lebensraum für alle zu sichern, auch wenn diese Schritte mühsam sind? Soll denn die ganze Gegend ein einziges Schlachtfeld werden? Nehmen wir in Österreich, im Jahr 2023, unsere Rolle wirklich wahr? Soll – wieder einmal – die schreckliche Zahl der Toten ausschlaggebend sein, wer „siegen“ wird?
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