Wenn es um Pensionsdiskussionen geht, werden von Experten in eindimensionaler Form und mit gebetsmühlenartiger Kontinuität die üblichen Floskeln und Leerformeln wiederholt, nämlich die Lebensarbeitszeit und damit das Antrittsalter zu erhöhen. Auch die Luxus- und Beamtenpensionen sollten einer kritischen Revision unterzogen werden, doch die wirkliche Problemzone liegt ganz woanders. Erst kürzlich war in der ehrenwerten „Neuen Züricher Zeitung“ zu lesen, dass die Babyboomer-Generation zu wenig Kinder hinterlassen hat. Es ist zwar sinnvoll und folgt einer gewissen Logik, dass die Geburtenrate in Europa abgenommen hat, nur sollte sie nicht deutlich unter zwei fallen, weil sonst die Bevölkerung stark abnimmt und zusätzliche Zuwanderung notwendig wird. Dadurch wird zwar das Pensionsproblem nicht wirklich gelöst, weil Kinder im Regelfall nicht unbegleitet, sondern mit Eltern kommen, denen sie dann ihrerseits die Pensionen finanzieren müssen, aber jede Menge zusätzlicher Probleme generiert. Wendet man den kategorischen Imperativ Kants an, so halbiert die Ein-Kind-Familie die Bevölkerung, und Vater-Mutter-Hund bewirkt völlige Stagnation. Deshalb wäre es wichtig, dass der Generationenvertrag zur Stützung des Umlagesystems als Grundlage der Pensionsfinanzierung auch individuell eingehalten wird, weil die Strukturen sonst kollabieren, wenn immer weniger Einzahler immer mehr Pensionsbeziehern gegenüberstehen, und die Nichteinhaltung mit Abschlägen, wie etwa bei vorzeitigem Pensionsantritt, belegt wird. Und hier schließt sich der Kreis, denn konstruktive Familienpolitik ist Teil der Pensionspolitik.
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