Die Meldungen über vernachlässigte und gequälte Tiere in heimischen Ställen lassen wohl niemanden kalt. Nur wenn zu lange weggeschaut wird, sind derartige Missstände über einen längeren Zeitraum möglich. Ich kann und will nicht glauben, dass der Großteil der betreffenden Landwirte die Tiere aus Grausamkeit leiden lässt. Vielmehr sind es oft menschliche Tragödien wie körperliche Gebrechen oder psychische Probleme, Schicksalsschläge und Überforderungen, die wohl allzu oft vertuscht und ignoriert werden, sowie ein Mangel an unbürokratischen Hilfsangeboten. Sehr kritisch zu hinterfragen wäre in diesem Zusammenhang aber auch die Sinnhaftigkeit von Bio-Gütesiegeln, die regelmäßige Kontrollen durch unabhängige Prüfer implizieren und derartige Missstände per se ausschließen müssten. Ein regelmäßiger Blick der Anrainer über den Gartenzaun, ein bewusstes Hinschauen und Aktivwerden von Passanten bei augenscheinlichen Auffälligkeiten, eine fixe Anlaufstelle für Landwirte in Not und im besten Fall Kooperationen zwischen den einzelnen Höfen könnten den großen Unterschied machen und Tieren unvorstellbares Leid ersparen. Klar ist aber auch: Bei Uneinsichtigkeit und wiederkehrenden Missständen müssen den zuständigen Behörden endlich die entsprechende Handhabe, das geeignete Personal und der klare Auftrag zum Setzen rigoroser Maßnahmen im Sinne der hilflosen Lebewesen gegeben werden.
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