Spendenrückgang

Finanzsorgen bei Tierrettung nehmen ganz massiv zu

Oberösterreich
12.10.2026 18:00

Der Linzer Verein Icara leidet heuer massiv unter dem Rückgang von Spendengeldern, außerdem bräuchte er dringend ein neues Auto. Doch Hilfe vom Land Oberösterreich ist offenbar in nächster Zeit nicht zu erwarten. Deutlich zu wenig finanzielle Unterstützung seitens der öffentlichen Hand bekommt auch die Pfotenhilfe Lochen.

„Die Spendenfreudigkeit hat massiv abgenommen. Unsere finanzielle Situation ist inzwischen derart angespannt, dass wir überlegen, für Rettungen von nicht lebensbedrohlich verletzten Tieren künftig einen Unkostenbeitrag von etwa 20 Euro zu verlangen“, sagt Georg Pold, Obmann der Linzer Tierrettung Icara.

Der 59-Jährige betreibt den Hilfsdienst ehrenamtlich mit seinen beiden Söhnen und drei weiteren ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen. „Im Gegensatz zu anderen Tierrettungen sind wir tatsächlich rund um die Uhr erreichbar und grenzen auch kein Tier aus“, betont Pold, der in den Verein mittlerweile auch privates Geld stecken muss. „Wir bekommen vom Land keine Förderung, nur bei behördlichen Tierabnahmen. Und auf dieses Geld müssen wir meist monatelang warten“, erklärt der Tierretter.

250.000 Kilometer am Tacho
Seine aktuell größte Sorge: dass sein Tierrettungsauto, das bereits 250.000 Kilometer am Tacho aufweist, nicht mehr fahrtüchtig ist. „Tritt das ein, wird alles extrem schwierig.“

(Bild: Pfotenhilfe lochen)

Polizei und Feuerwehr rufen Icara gerne zu Hilfe, wenn Tiere professionell geborgen oder transportiert werden müssen. Pold: „Teils erreichen uns Anfragen sogar aus dem Innviertel, die Spritkosten werden für uns deshalb zunehmend zur Belastung.“ Eine bereits vor Monaten gestellte Anfrage an das Land Oberösterreich um eine finanzielle Unterstützung sei bisher aber unbeantwortet geblieben.

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Das Land hat Geld für ein marodes Skigebiet und den Kauf eines unprofitablen Flughafens. Der Tierschutz ist dort nicht so wichtig.

Jürgen Stadler, Pfotenhilfe Lochen

Nur fünf Prozent des Budgets
Auf Spenden von Gönnern ist auch die Pfotenhilfe Lochen angewiesen. „Ohne diese ginge bei uns nichts, denn was wir an Aufwandsentschädigung vom Land kriegen, macht nur fünf Prozent des Budgets aus“, bestätigt Jürgen Stadler.

Vom Land fließen für Fundtiere jährlich etwa 25.000 Euro in die Pfotenhilfe-Kassa. „Doch allein an Tierarztkosten zahlen wir mehr als 500.000 Euro.“ Die Fundtierpauschale und die Förderung für die Kastration von Streunerkatzen seien außerdem seit zwei Jahren nicht mehr erhöht worden: „Die Kosten für Löhne und Tiermedizin steigen dagegen laufend an.“

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