Ziel der Schule ist es, dem Kind bei der Bewältigung seiner gegenwärtigen und künftigen Lebenssituation zu helfen. Dabei sollte man niemals „Freude am Lernen“ mit „Spaß in der Schule“ verwechseln. Während „moderne“ Pädagogen nach Auflösung des Frontalunterrichts rufen, wollen andere zurück zu Ordnung und Leistung. Eines ist klar: Spaß ist etwas sehr Oberflächliches, Freude dagegen bleibt dem Menschen lange im Herzen – genauer gesagt: im Gedächtnis. Hoffentlich lernen auch unsere Medien und Meinungsmacher in diesem Sinne dazu. Es war nämlich schon immer so: Freude kommt nur auf, wenn man etwas kapiert hat oder z. B. eine Prüfung bestanden hat. Was die Generation, die gerade heranwächst, machen wird, wenn sie in einem Beruf steht, der nicht immer Spaß macht, wissen wir nicht. Werden diese jungen Leute dann eine Drogen-Laufbahn einschlagen, einfach mit Burn-out in Pension gehen oder sich von der Allgemeinheit durchfüttern lassen, bis sie das Pensionsalter erreicht haben? Das Auswendiglernen – nur ein Beispiel – ist fast völlig der „Spaßpädagogik“ zum Opfer gefallen. Aber dass sich die Mühe lohnt und man dann vielleicht ein Leben lang Freude an einem Gedicht, einem Lied oder Gebet hat, das man beherrscht, erwähnt niemand. Gerade schwächere Schüler, die komplexere Aufgaben kaum selbstständig lösen können, könnten durch das Auswendiglernen Erfolgserlebnisse haben. Wenn ich etwas lerne und begreife, dann macht es mir Freude – Spaß hat dieser mühsame Weg aber sicherlich nicht gemacht!
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