In TV-Diskussionen und auch in Zeitungskommentaren wird immer wieder beklagt, dass die derzeit agierenden Politiker ihr Handwerk nicht verstehen, was zu den bekannten Ergebnissen führt. Jetzt geht einer aus dem EU-Parlament, der sein Handwerk versteht. Als glühender Europäer, als in der EU anerkannter Konservativer, der seine Fahne nicht nach dem türkisen Wind richtete. Frustriert von der Politik seiner Partei, die immer mehr in den rechten Populismus abdriftet, enttäuscht vom Umgang mit seiner Person durch diese Partei , die ihm in der EU große Wahlerfolge verdankt. Dass er als durch und durch politischer Mensch weiterhin politisch tätig sein will und wird, ist erfreulich. Das Wie lässt er noch offen. Vielleicht wird er mit eigener Liste bei der Nationalratswahl antreten. Das könnte man absolut begrüßen. Einziger Wermutstropfen dabei: Welchen Parteien wird er Stimmen wohl wegnehmen? Vermutlich nicht der in den Umfragen führenden FPÖ. Das ist bedauerlich. Aber dafür könnte er enttäuschte christlich-soziale und liberale ÖVP-Wähler, verunsicherte SPÖ-Wähler, desillusionierte Grün-Wähler und vor allem frühere Nichtwähler gewinnen. Man ist gespannt, was da noch kommt. Eine Hoffnung ist Othmar Karas allemal.
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