Politik ist immer noch in längst überholten Denkmustern verhaftet. Parteien werden als rechts stehend, mittig oder links verortet. Alles, was nicht als politische Mitte gesehen wird, ist extrem und daher unwählbar. Kaum äußert eine politische Partei ihre Vorstellungen, erfolgt reflexartig die Zuordnung in diese veralteten Denkraster. Jede im demokratischen Verfassungsbogen verortete Partei hat brauchbare Ideen, um die Zukunft der Gesellschaft positiv zu gestalten. Doch bevor sich die Menschen, die Medien oder politische Denker sachlich mit den Inhalten dieser Denkansätze beschäftigen können, erfolgt ablehnende politische Punzierung. So wird verhindert, dass ausgetretene Denkpfade verlassen und neue Konzepte auf Zukunftstauglichkeit geprüft werden. Wenn auch für manche politische Ideen oder Visionen die Zeit noch nicht reif ist, ist es doch lohnend, sich damit zu beschäftigen. Aber in alten parteipolitischen Denkmustern verhaftet, ist keine Partei willens, sich näher mit den Ideen der Mitbewerber zu beschäftigen. Die Zuordnung in das politische Links- oder Rechtslager bewirkt, dass Neues oder Visionäres, gleich von welcher Seite kommend, sofort abgelehnt wird. So lässt sich weder Zukunft gestalten, noch kann man die Menschen so für die Politik gewinnen.
Franz Peer, Linz
Erschienen am So, 15.10.2023
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