Christoph Matzl hat in der bunten Sonntags-„Krone“ unter dem Titel „Das System Metternich lebt“ das Spitzelwesen im Vormärz mit den modernen sozialen Medien verglichen. Metternichs Dogma „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser“ hat auch heute noch Gültigkeit. In allen Fällen ging es damals und geht es heute noch immer um Informationsvorsprung. Wurden im System Metternich Briefe samt Siegel geöffnet, der Inhalt abgeschrieben und dann wieder verschlossen, werden heute die diversen sozialen Medien (Facebook, Twitter, Instagram, TikTok, Pinterest) überwacht, abgehört und als Polit-Propaganda verwendet. Der Inhalt wird dann veröffentlicht, wenn man ihn ausdrücklich als Waffe benötigt. Telefone und Computer sind längst keine sicheren Geräte, weil von Hackern selbst die „sichersten“ Passwörter und PIN-Codes geknackt werden können. All das ist nicht nur im öffentlichen und politischen Bereich „üblich“, sondern auch immer häufiger im privaten! Die Geschichte hat uns gelehrt, dass zu allen Zeiten – besonders ausgeprägt im Kalten Krieg – Geheimdienste und deren Agenten Hochkonjunktur hatten. Selbst in der Jetztzeit haben bestimmte Länder noch immer ihre „Augen und Ohren“ stets parat. Die berühmtesten Dienste kommen aus den USA, aus Russland und Israel, um nur einige zu nennen. Straches Ibiza-Video, „null Pardon“ für Kurz und seine Spießgesellen, die Zähl-Panne beim SP-Personalkarussell, das Nehammer-Video mit der McDonald’s-Werbung, Bablers Schattenkabinett, FP-Pensionisten beim Taliban-Regime stürzen Kickl etc., sind ein paar der erarbeiteten Meldungen moderner Medien in den letzten Jahren. Ist das nicht ein tolles Ergebnis?
Mag. Anton Bürger, per E-Mail
Erschienen am Sa, 14.10.2023
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