Zurzeit sind wir Zaungäste eines hochinteressanten Experiments der industriellen Evolution: E-Motor gegen Verbrenner heißt der Kampf um die Vorherrschaft auf unseren Straßen. Am Beginn der Motorisierung war der leise dahinschnurrende Elektromotor dem lauten und dauerexplodierenden „Schüttelhuber“ (Originalzitat Felix Wankel) überlegen, und um die vorletzte Jahrhundertwende fuhren auch mehr E- als Ottomotoren durch Wien. Als die Zahl der Autos zunahm, wurde eine Schwäche des E-Motors immer augenscheinlicher: Strom lässt sich nicht so leicht speichern wie fossile Energie. Nichts ist so easy zu verwenden wie ein Kanister Benzin. Das war in Zeiten, als Umweltschutz noch kleingeschrieben wurde, das stärkste Argument für den Verbrennermotor, der so seinen Siegeszug antreten konnte (freilich auch unterstützt vom Militär). Nun, die Umwelt und unsere Einstellung zu ihr haben sich geändert, Ressourcenbewusstsein und Nachhaltigkeit sind wichtig geworden. So wie die Finken ihre Schnäbel an das Futter angepasst haben, so sind auch wir – nach den Regeln von Charles Darwins Evolutionslehre – gezwungen, unser Leben und in diesem Fall unsere Mobilität ständig anzupassen, um zu überleben. Eines sollte uns aber zu denken geben: die Evolution kennt keine Anpassungsverbote, alles ist „erlaubt“, was zum Ziel führen kann. Deshalb finde ich das kategorische Verbot von Verbrennermotoren eigenartig, denn in einer Umwälzungsphase sollten alle Denkmöglichkeiten zulässig sein. Durchaus legitim sind die Interessen der Elektrolobbys, die schon von vielen neuen Kraftwerken träumen – und von riesigen Gewinnen, wenn sie erst die alleinigen Herren über unsere Mobilität sind. Was mir verdächtig vorkommt: Offiziell hat noch niemand die Zahl der zusätzlichen Kraftwerke genannt, die wir für die „Elektrifizierung“ der 5 Mio. Pkw in Österreich brauchen. Inoffiziell sind es 10 (!) Kraftwerke in der Größenordnung des Donaukraftwerkes Freudenau. Ich kann die Zahl nicht überprüfen, wünsche aber den Politikern schon jetzt viel Spaß, wenn sie mit der Wahrheit rausrücken müssen. Zwei Entwicklungen sind heute schon abzusehen. Erstens, die schlimmere: Strom wird unermesslich teuer werden, weil es in Österreich auf dem Strommarkt keine bzw. nur eine scheinbare Konkurrenz gibt. Zweitens, fast schon lustig: ab den 30er-Jahren werden bei uns deshalb alte, zusammengeschweißte Karossen herumfahren – wie jetzt die alten Chevys in Kuba.
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