Das freie Wort

Gemeinsamkeit statt Reisewarnungen

Reisewarnungen, begründet in Corona, sind momentan groß in Mode, auch wenn die Gründe dafür nicht immer nachvollziehbar sind. Es besteht leider der Eindruck, dass nicht nur sachliche Begründungen dahinterstecken, was zu Dissonanzen führt und die dringend notwendige Zusammenarbeit im Kampf gegen Corona störend beeinflusst. Die Corona-Pandemie betrifft, wie das Wort sagt, die ganze Welt, denn alle Länder sind betroffen. Trotz dieser globalen Bedrohung versucht jedes Land für sich allein mit diesem Virus fertig zu werden. Auch rund um unser Land ist weder intensive Zusammenarbeit noch übergreifende Abstimmung mit den unmittelbaren Nachbarn erkennbar. Selbst im gesamten europäischen Raum scheint niemand initiativ dafür einzutreten, endlich die verschiedensten Maßnahmen zu koordinierten. Bisher wurde versucht, einer globalen Gesundheitsbedrohung mit regional oder gar dörflich begrenzten Maßnahmen zu begegnen. Unterschiedliche Testabläufe, nicht vergleichbare Kennzahlen und verschiedenste Ampelversionen sind nur wenige Beispiele, wie wenig Gemeinsamkeit vorhanden ist. Auch versteckt spürbare Schadenfreude gegenüber den Nachbarn ob der besseren Kennzahlen und übertriebenes Selbstlob für das vermeintlich gute Krisenmanagement ist nicht förderlich für die notwendige Gemeinsamkeit. Die aktuellen Reisewarnungen sind nicht immer verständlich und bedürfen einer sachlich nachvollziehbaren Begründung. Vertrauen und Verständnis für die verfügten Maßnahmen ist elementare Voraussetzung, um im gemeinsamen Kampf gegen Corona zu bestehen. Es gibt nur einen Weg, um gegen diese Pandemie erfolgreich zu bleiben. Dieser Weg ist der gemeinsame. Oder glaubt wirklich jemand, im Alleingang und ohne Zusammenführung aller Erkenntnisse und Erfahrungen mit dieser globalen Gesundheitskrise besser fertig zu werden?

Franz Peer, Linz

Erschienen am Mo, 28.9.2020

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