Die meisten Menschen essen gerne Fleisch, verzehrt wird fast alles, was sich nur irgendwie bewegt. Zurzeit sind Gänse und Enten sehr gefragt, manche Restaurants locken sogar mit Sonderangeboten. Inzwischen sollte eigentlich bekannt sein, woher diese Tiere kommen. Das meiste Geflügel wird noch immer aus Ungarn, Polen und der Ukraine angeliefert. Dort reißt man den Gänsen mehrmals in ihrem Leben die Federn von der Haut, wir wollen es schließlich schön gemütlich haben in unseren Schlafgemächern. Enten werden zwangsernährt, damit später die kranken Lebern als Delikatesse an die Konsumenten verfüttert werden können. Zuvor werden ihnen mit einer Zange die empfindlichen Schnäbel gekürzt, sonst würden sie sich in den engen Stallungen die Köpfe zerhacken. Betäuben geht leider nicht, das käme viel zu teuer. Das wird übrigens auch in Frankreich so gemacht. Vereinzelt werden auch österreichische Weidegänse angeboten, doch die haben ihren Preis. Und wenn es ans Eingemachte geht, ist es bei den meisten Verbrauchern schnell vorbei mit dem Tierschutz. Sie greifen zum Angebot der Woche, dort hieß es neulich: Ente im eigenen Saftl, dazu Apfel-Rotkraut und flaumiger Semmelknödel nur 7,90. Also dann, guten Appetit!
Werner Schupfer, Attnang-P.
Erschienen am Sa, 9.11.2019
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