Initiiert wurde der Freundschafts-Kick von der Wiener MA 48 und ihrem Zürcher Pendant ERZ (Entsorgung und Recycling Zürich). Die Spieler der Mannschaften stammten aus den jeweiligen EURO-Host Cities der beiden Länder: Profi-Putzer aus Wien, Klagenfurt, Innsbruck und Salzburg kämpften mit Straßenreinigern aus Zürich und Basel um das runde Leder. Die Schweizer Gastgeberstädte Genf und Bern waren nicht vertreten.
Sechs Volltreffer von Irsigler
Als Held des Tages wurde eindeutig Thomas Irsigler gefeiert. Unter dem gestrengen Blick von FIFA-Schiedsrichterin Nicole Petignat sorgte der "Orange" aus Wien für insgesamt sechs der sieben österreichischen Treffer und wurde daraufhin vom glückseligen MA-48-Sprecher Karl Wögerer zum "Fußballgott" geadelt. Tor Nummer Sieben schoss der aus Kärnten stammende Erich Solderer. Für das Schweizer Team traf beide Male Sascha Hassler aus Basel.
Wiens SPÖ-Umweltstadträtin Ulli Sima, die neben zahlreichen Schaulustigen dem Event auf der Sportanlage Heuried ebenfalls beiwohnte, zeigte sich aufgrund des erfreulichen Spielverlaufs "überwältigt" und äußerte den Wunsch, "dass die Nationalmannschaft bei der EM auch so spielt". Ihr Zürcher Amtskollege Martin Waser hingegen überlegte ob eines Pausenstands von 0:5 gar, sich in Sachen Anhängerschaft "kurzfristig neu zu positionieren".
Laut dem örtlichen, als "Radio-24-Sportreporterlegende" ausgewiesenen Platzsprecher Walter Scheibli verfolgten rund 300 Menschen die Begegnung der Mistkübler. Die junge Fangemeinde erwies sich dabei als besonders resistent gegen jede Idee der offiziell proklamierten "völkerverbindenden Werte" einer solchen Aktion. So hatte ein zwölfjähriger Zürich-Anhänger, der aus der unmittelbar angrenzenden Schule gekommen war, gleich die passende Schlagzeile für die - wie er meinte - nächste Ausgabe der Neuen Zürcher Zeitung parat: "Österreich: Beschissen!"
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