Würde ein Rapid-Spiel pünktlich nach 75 Minuten abgepfiffen werden, wären die Wiener im Kampf um den 32. Meistertitel deutlich im Hintertreffen. In diesem Fall hätten die Grün-Weißen zwei Partien vor Schluss drei Punkte Rückstand auf Titelverteidiger Salzburg und außerdem noch das schlechtere Torverhältnis.
Was den Punktezuwachs betrifft, haben die Hütteldorfer in der "Rapid-Viertelstunde" gegen Salzburg (+ 2 Zähler), Sturm (+ 2), Austria Kärnten (+ 4) und Wacker Innsbruck (+ 4) eine positive Bilanz. Gegen die Rieder wurden ab der 76. Minute zwar insgesamt vier Tore erzielt, zu diesem Zeitpunkt lag Grün-Weiß aber in allen drei Partien schon in Führung. Nach dem Geschmack von Rapid hätten hingegen die Partien gegen die Austria (-2), den LASK (-2), Mattersburg (-1) und Altach (-1) schon eine Viertelstunde früher beendet werden können.
Auch ein Meistertitel kostet Geld
Sollte Rapid am Sonntag im Heimspiel gegen SCR Altach den Meistertitel tatsächlich fixieren, wäre der Jubel unter den Fans weitaus größer als beim Club-Kassier. In diesem Fall wären nicht nur Meisterprämien auszubezahlen, was wiederum die Sonderprämien der Geldgeber auffressen würde -, sondern einige Kicker würden auch an Wert steigen und für ausländische Vereine interessanter werden. Die Folge wäre die Abwanderung von begehrten Spielern oder höher dotierte Verträge.
Als ökonomisches "Problem" will Rapid-Manager Werner Kuhn den möglichen Titelgewinn deswegen aber nicht bezeichnen. "Das ist für uns eine Chance, durch die dadurch entstehenden Emotionen die Rapid-Familie weiter aufzubauen." Aus der Sicht des Club-Managements seien die ersten beiden Jahre nach einem Meistertitel die größte Herausforderung, "weil man da mit der Mannschaft einen 'Turnaround' machen muss, um die wirtschaftliche Gesundheit nicht zu gefährden", so Kuhn. Nach den jüngsten Titeln 1996 und 2005 gelang es nicht, die Meistermannschaft beisammen zu halten.
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