Zwischenbilanz

Mandl mit Ergebnissen der ÖSV-Damen zufrieden

Sport
24.12.2007 14:48
Obwohl sich Österreichs Skidamen mit einem podestlosen Wochenende bei den Heimrennen in St. Anton verabschiedet haben, zieht Chefcoach Herbert Mandl vor der kurzen Weihnachtspause zufrieden Bilanz. In den bis dato zwölf Bewerben haben die ÖSV-Damen drei Siege, vier zweite und vier dritte Ränge eingefahren, das ergibt unterm Strich elf Podestplätze. Die fantastische Weihnachtsbilanz der vergangenen Saison (sieben Siege, sechs zweite und drei dritte Plätze nach elf Rennen) verfehlten die Damen allerdings klar.

"Diese Saison kann man nicht toppen", hatte Mandl bereits Ende Oktober vor dem Startschuss in Sölden befürchtet. Es war also fast logisch, dass Nicole Hosp, Marlies Schild und Co. im Winter 2007/08 etwas kleinere Brötchen backen müssen. Insofern fiel die Bilanz von Mandl eigentlich ganz zufrieden aus: "Keine Frage, mit der vergangenen Saison kann man diese Bilanz nicht vergleichen. Summa summarum ist das aber nicht schlecht, wir dürfen nicht unzufrieden sein."

Oft entscheiden laut Mandl nur Kleinigkeiten. "Im Vorjahr hat alles zusammengespielt, da war uns fast immer das Glück hold. Heuer ist das eben ein wenig anders." Bestes Beispiel sei die Super-Kombi am Samstag in St. Anton gewesen. "Mit etwas Glück machen wir durch Hosp und Schild einen Doppelsieg, so stehen wir ohne Stockerlplatz da. Das ist sicher eine Enttäuschung."

Dass die zwei Aushängeschilder Hosp und Schild im Slalom zu viel riskiert und Punkte verschenkt hätten, wollte Mandl nicht behaupten. "Sie hatten nach der Abfahrt fast zwei Sekunden Rückstand. Da muss man attackieren. Taktieren ist immer sehr, sehr schwierig, weil der Spielraum sehr klein ist." Im Slalom gab es für die ÖSV-Damen übrigens bis dato alle drei Siege zu feiern, durch Schild (2) und Hosp (1).

Im Gesamt-Weltcup sind die Top-6 mit St. Anton-Doppelsiegerin Lindsey Vonn (474 Punkte), Hosp (419), Maria Riesch (389), Anja Pärson (383), Schild (383) und Julia Mancuso (364) nur durch 110 Zähler getrennt. Diese Damen hat Mandl auch auf der Rechnung für den Weltcup-Triumph, "Riesch allerdings nur mit Abstrichen".

ÖSV-Damen noch ohne Sieg im Super G
Die größte Enttäuschung des bisherigen Winters ist für Mandl die Super-G-Bilanz (0/0/1 nach 2 Rennen), lediglich Renate Götschl zog in St. Moritz einen dritten Rang an Land. "Dass wir gerade in unserer stärksten Disziplin noch ohne Sieg sind, ist schon enttäuschend." Dass es in der Abfahrt (0/2/1 nach 4 Rennen) schwierig werden würde, das wusste Mandl hingegen.

"Das war zu erwarten, weil wir mit Götschl nur eine echte Siegläuferin haben", so Mandl über die Steirerin, die verletzungsbedingt erst im Oktober mit dem Skitraining beginnen konnte. "Und für das hat sie sich sehr, sehr gut geschlagen." Mannschaftlich ist Mandl aber zufrieden, weil u.a. Läuferinnen wie Maria Holaus (Abfahrts-5. in St. Anton) oder Anna Fenninger (Kombi-4. in St. Anton) immer näher zur absoluten Spitze rücken. "Das zeigt, dass die Mannschaft sehr kompakt ist, dass hinter den Top-Leuten kein luftleerer Raum ist."

Die Abfahrts-Kugel hat Mandl so gut wie abgeschrieben, zu dominant scheint Lindsey Vonn zu agieren. "Aber in den anderen Entscheidungen werden wir schon mitreden." Nach den Feiertagen trainieren die ÖSV-Damen bereits wieder am 27. Dezember in Maria Alm/Hinterreit, das Hangbefahren im kommenden Weltcup-Ort Lienz lassen Hosp und Co. aus. In Osttirol stehen am 28. und 29.12. ein RTL und ein Slalom auf dem Programm.

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