Rekord verpasst

Der Schweizer Küttel beendet Morgenstern-Serie

Sport
24.12.2007 12:33
Der Schweizer Andreas Küttel hat die Siegesserie des Kärntners Thomas Morgenstern beendet. Küttel gewann am Sonntag das zweite Weltcup-Skispringen in Engelberg mit 252,7 Punkten vor dem Tiroler Gregor Schlierenzauer (248,9 Punkte) und Morgenstern (246,3), der die bisherigen sechs Saisonbewerbe für sich entschieden hatte.

Der nach dem ersten Durchgang mit Höchstweite führende Tiroler Andreas Kofler sprang auch im zweiten Durchgang am weitesten, kam aber zu Sturz und belegte Rang fünf.

Doppel-Olympiasieger Morgenstern war nicht enttäuscht, dass seine beeindruckende Serie ein Ende gefunden hatte. "Ich bin zufrieden mit dem dritten Platz, ich weiß aber auch, dass ich noch Reserven habe. Der erste Sprung war nicht ideal, es war aber auch sehr schwer zu springen", erklärte der 21-jährige Kärntner, der sich eine Weihnachtspause bis 28. Dezember gönnen wird. "Ich werde mich auf die Tournee vorbereiten und versuchen, dort eine neue Serie zu starten, aber jetzt freue ich mich erstmal auf Weihnachten mit der Familie", sagte der Weltcupführende. "Dass die Serie zu Ende ist, nimmt mir etwas von dem großen Druck weg".

Pechvogel Kofler schwer enttäuscht

Kofler war der Pechvogel des Tages, der 23-jährige Tiroler sprang in beiden Durchgängen am weitesten, stürzte im Finale nach dem Aufsprung aber und wurde Fünfter. Kofler, der den Sturz unverletzt überstand, war schwer enttäuscht und musste im Ziel von Saisondominator Morgenstern getröstet werden. Der Tiroler war nahe dran an seinem zweiten Weltcupsieg nach Willingen im Februar 2006, kam nach einem abermals tollen Satz auf die Tageshöchstweite von 139,0 Meter aber im Auslauf zu Fall. "Ich habe probiert den Andi (Anm. Kofler) aufzumuntern, er darf sich nicht fertig machen", meinte Koflers Zimmerkollege Morgenstern, "er war heute der beste und hat zwei super Sprünge gezeigt."

Sechs ÖSV-Adler unter den Top-Acht
Das tolle Mannschaftsergebnis komplettierte die zweite Garde der ÖSV-Springer. Manuel Fettner als Siebenter, der nach Platz acht am Vortag erneut in die Top-10 kam und damit seinen Platz im Team für die Vier-Schanzen-Tournee sicherte, und auch der Kärntner Martin Koch (ebenfalls bei der Tournee dabei), der nach überstandener Grippe Rang acht belegte, präsentierten sich wieder in ausgezeichneter Form.

Cheftrainer Alexander Pointner war dementsprechend zufrieden mit dem Mannschaftsergebnis, merkte aber auch an, dass "wir auch heute wieder den besten Springer in unseren Reihen hatten, aber leider trotzdem nicht gewinnen konnten". Der Sturz von Kofler tue ihm "persönlich sehr leid, er ist der sentimentale Sieger", betonte Pointner. "Er weiß, dass er heute allen um die Ohren gesprungen ist und sollte das für die Tournee mitnehmen", stärkte der Tiroler seinem Schützling den Rücken. Auch Morgensterns erste "Niederlage" sei genau zum "richtigen Zeitpunkt gekommen, bei einem solchen Ausgang lernt jeder zu schätzen, was Siege wert sind", meinte Pointner.

14 Podestplätze nach sieben Springen
Nach sieben Saisonbewerben halten österreichs Adler bei vierzehn Podestplätzen. Die sechs Siege von Morgenstern werden durch fünf zweite und drei dritte Plätze ergänzt und stempeln Morgenstern, Schlierenzauer und Kofler zu den Topfavoriten für die Tournee, die am 30. Dezember in Oberstdorf beginnt. Pointner nominierte für das Saisonhighlight die sieben Springer, die in Engelberg im Einsatz waren. Also neben Morgenstern, Schlierenzauer, Kofler, Loitzl und Koch auch noch Fettner und Pauli. "Ich freue mich, mit der besten aller Mannschaften zur Tournee fahren zu dürfen", betonte der stolze Cheftrainer, dessen Team noch am Sonntag dank eines Sponsors zurück nach Österreich geflogen wurde.

Vier ÖSV-Springer im Gesamtweltcup voran
Im Gesamtweltcup liegen nach sieben Springen gleich vier ÖSV-Adler in Front. Morgenstern (660 Punkte) führt vor Schlierenzauer (4), Wolfgang Loitzl (300) und Andreas Kofler (293). Bester Nicht-Österreicher ist der Norweger Tom Hilde (280).

Endklassement 7. Bewerb/Engelberg:
1. Andreas Küttel        (SUI)  252,7 (125,5/136,0)
2. Gregor Schlierenzauer (AUT)  248,9 (124,5/136,0)
3. Thomas Morgenstern    (AUT)  246,6 (124,5/135,0)

4. Wolfgang Loitzl       (AUT)  246,3 (122,5/136,0)
5. Andreas Kofler        (AUT)  243,2 (130,0/139,0)

6. Michael Uhrmann       (GER)  238,3 (123,0/133,0)
7. Manuel Fettner        (AUT)  238,0 (122,0/133,0)
8. Martin Koch           (AUT)  236,9 (122,0/133,5)

9. Martin Cikl           (CZE)  233,3 (120,5/133,0)
10. Anders Jacobsen       (NOR)  233,0 (122,5/130,0)
11. Tom Hilde             (NOR)  228,0 (118,0/132,0)
12. Georg Späth           (GER)  227,8 (123,5/127,5)
13. Adam Malysz           (POL)  227,1 (120,0/129,5)
14. Jernej Damjan         (SLO)  226,9 (118,5/132,0)
15. Janne Ahonen          (FIN)  225,6 (120,5/129,0)
16. Michael Neumayer      (GER)  223,1 (122,5/127,0)
17. Sebastian Colloredo   (ITA)  219,1 (123,0/124,0)
18. Kamil Stoch           (POL)  216,5 (119,0/126,0)
19. Dmitrij Wassilijew    (RUS)  216,0 (119,0/126,0)
20. Anders Bardal         (NOR)  213,4 (116,0/127,0)
21. Matti Hautamäki       (FIN)  209,7 (116,5/125,0)
22. Veli-Matti Lindström  (FIN)  209,5 (120,0/122,5)
23. Pawel Karelin         (RUS)  205,9 (119,0/121,5)
24. Sigurd Pettersen      (NOR)  205,0 (119,5/120,5) 
24. Simon Ammann          (SUI)  205,0 (123,5/126,5)
26. David Lazzaroni       (FRA)  204,1 (121,0/118,5)
27. Primoz Peterka        (SLO)  201,6 (117,5/119,5)
28. Arthur Pauli          (AUT)  201,3 (117,0/121,5)
29. Jan Matura            (CZE)  195,1 (115,5/119,0)
30. Denis Kornilow        (RUS)  193,8 (115,5/118,0)

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