24.12.2007 10:01 |

Super-Kombi

Lindsey Vonn gewinnt Super-Kombi in St. Anton

Die Super-Kombination von St. Anton hat am Samstag den Ski-Weltcup-Damen zwei Tage vor Weihnachten die letzten Kraftreserven abverlangt. Nur 35 Starterinnen nahmen die letzte große Herausforderung vor den Feiertagen in Angriff, gerade einmal 16 Läuferinnen schafften es im extrem selektiven "K.o.-Rennen" dann auch ins Ziel. Und die Siegerin hieß wie am Freitag in der Abfahrt Lindsey Vonn.

Die US-Amerikanerin feierte ihren zehnten Weltcup-Erfolg und übernahm damit auch die Führung im Gesamt-Weltcup. Die Deutsche Maria Riesch wurde Zweite, Vonns Landsfrau Julia Mancuso wie am Freitag Dritte. Die ÖSV-Damen schafften es ausgerechnet bei ihren Heimrennen zweimal nicht aufs Stockerl. Anna Fenninger belegte als beste ÖSV-Läuferin überraschend Rang vier, Kathrin Zettel Platz fünf.

Während die großen heimischen Hoffnungsträgerinnen Nicole Hosp und Marlies Schild im Slalom ausschieden und wichtige Punkte im Kampf um den Gesamt-Weltcup verschenkten, kamen mit Christine Sponring (8.) und Eva-Maria Brem (11.) zwei weitere Österreicherinnen in die Wertung. Alpinchef Hans Pum zog mit gemischten Gefühlen Bilanz. "Fenninger war sensationell, aber dass Hosp und Schild derartige Weihnachtsgeschenke verteilen, damit habe ich wirklich nicht gerechnet."

Vonn freut sich über "tolles Weihnachtsgeschenk"
Die Freude bei Vonn, die den Grundstein zum Sieg mit einer wahren Abfahrts-Demonstration gelegt hatte, war hingegen umso größer. "Ein tolles Weihnachtsgeschenk. Ich wusste, dass viele Konkurrentinnen ausgeschieden sind und wollte nichts riskieren. Und trotzdem habe ich den Sieg geholt, unglaublich", freute sich die 23-Jährige, die in der Abfahrt 1,48 Sekunden Vorsprung auf die Ex-aequo-Zweiten Mancuso und Hosp herausgefahren hatte.

Ihr Glück fast gar nicht fassen konnte die 18-jährige Fenninger, deren bis dato bestes Weltcup-Ergebnis Rang 16 im Cortina-Riesentorlauf 2007 gewesen war. "Vor dem Rennen wollte ich unter die Top-20. Ich bin überglücklich", so die Salzburgerin, die in Adnet Nachbarin des Wahl-Salzburgers Fritz Strobl ist.

Schild: "Mein Verhalten war dumm"
Garnichts zu lachen gab es für Schild, die noch einige Zeit nach ihrem Out Tränen in den Augen hatte. Die Salzburgerin ärgerte sich vor allem über sich selbst. "In diesem Fall war mein Verhalten leider dumm. Ich hatte einen Fehler und wollte danach alles zerreißen." Dabei wären die Punkte im Ziel quasi auf dem Silbertablett angerichtet. Doch Schild meinte über ihre Winner-Mentalität: "Ich fahre nicht auf Punkte, ich fahre auf Sieg."

St. Anton hat am Samstag übrigens die erste und gleichzeitig letzte Super-Kombi für die Damen erlebt. "Das ist einfach zu schwierig", meinte Alpinchef Pum. Sicher auch zur Erleichterung einiger Damen.

Tirolerin Streng mit spektakulärstem Sturz
Die Karl-Schranz-Strecke hatte sich nach drei Trainings und der Spezialabfahrt am Freitag noch tückischer und schlagiger als in den Tagen zuvor präsentiert. Unter den zahlreichen "Opfern" befand sich auch die Tirolerin Simone Streng, die den spektakulärsten Sturz des Tages hinlegte. Die 20-Jährige prallte mehrmals mit dem Kopf gegen die Piste, war kurz bewusstlos, konnte aber dann selbst Richtung Ziel fahren. Auf Anweisung der ÖSV-Ärzte wurde Streng jedoch zu einer Kontrolluntersuchung ins LKH Feldkirch gebracht.

Pärson: "Ein Wochenende zum Vergessen"
Streng erwischte es übrigens beim selben Tor wie unter anderem auch Elisabeth Görgl. Ein Tor, auf das Anja Pärson die Verantwortlichen der FIS bereits nach der Inspektion hingewiesen hatte. Die Schwedin erlebte nach ihrem St. Moritz-Doppelpack in Tirol einen klassischen Nuller. "Ein Wochenende zum Vergessen", meinte Pärson, die am Freitag einen Stich im Knie verspürte und abschwang und am Samstag ein Tor verfehlte. Zumindest mit dem Meeting der neuen Fahrergewerkschaft, bei der Österreich durch Renate Götschl vertreten ist, war Pärson in St. Anton zufrieden: "Beim Saisonfinale wollen wir der FIS ein gutes Papier für Veränderungen präsentieren."

Endstand in St. Anton:
1. Lindsey Vonn (USA) 2:20,28 Minuten
2. Maria Riesch (GER) 2:20,91 +0,63
3. Julia Mancuso (USA) 2:20,93 +0,65
4. Anna Fenninger (AUT) 2:22,56 +2,28
5. Kathrin Zettel (AUT) 2:22,97 +2,69

5. Sandrine Aubert (FRA) 2:22,97 +2,69
7. Camilla Borsotti (ITA) 2:23,44 +3,16
8. Christine Sponring (AUT) 2:23,66 +3,38
9. Ingrid Jacquemod (FRA) 2:23,95 +3,67
10. Rabea Grand (SUI) 2:24,34 +4,06
11. Eva-Maria Brem (AUT) 2:24,36 +4,08
12. Petra Robnik (SLO) 2:25,09 +4,81
13. Stacey Cook (USA) 2:25,51 +5,23
14. Emily Brydon (CAN) 2:25,68 +5,40
15. Jessica Puenchera (SUI) 2:25,98 +5,70
16. Aurelie Revillet (FRA) 2:28,86 +8,58

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