08.09.2007 14:22 |

Völlig unterlegen

ÖFB-Elf siegt im Elfmeterschießen 4:3

Die österreichische Fußball-Nationalmannschaft hat am Freitagabend auf dem Weg zur Heim-EM 2008 einen Rückschlag hinnehmen müssen. Die Österreicher boten bei der Eröffnung des neuen EURO-Stadions in Klagenfurt vor 26.142 Zuschauern eine äußerst schwache Leistung, besiegten Japan allerdings im Elfmeterschießen mit 4:3. Davor waren die Japaner die klar überlegene Mannschaft, die Österreicher im wahrsten Sinne des Wortes chancenlos gewesen.
Im Elfmeterschießen, das Japans Teamchef Ivica Osim wie üblich in der Kabine verbrachte, trafen dann aber die ersten vier österreichischen Schützen Linz, Aufhauser, Standfest und Garics. Bei den Japanern scheiterte der eingewechselte Konno an ÖFB-Schlussmann Payer und Innenverteidiger Nakazawa an der Latte. Bereits mit dem fünften Penalty hätte Martin Hiden alles klar machen können, der Rapid-Verteidiger traf in seinem ersten Länderspiel als ÖFB-Kapitän aber ebenfalls die Querlatte.

Davor waren die meisten Österreicher aber Totalausfälle gewesen. Teamchef Josef Hickersberger hatte sich taktisch für dasselbe 4-5-1-Konzept wie zuletzt beim 1:1 gegen Tschechien und damit gegen einen zweiten Stürmer entschieden. In der Rolle des zentralen offensiven Mittelfeldspielers erhielt überraschend erneut Mattersburg-Akteur Michael Mörz das Vertrauen. Im Gegensatz zum Tschechien-Spiel wollte den Österreichern nach vorne aber gar nichts gelingen. Die Japaner waren nicht nur technisch und spielerisch klar überlegen, sondern auch die spritzigere Mannschaft.

Völlig verunsichert
Die nach den vielen Verletzungen umgestellte ÖFB-Verteidigung mit Garics, Prödl, Hiden und Fuchs wirkte völlig verunsichert. Nach vorsichtiger Anfangsphase übernahmen die Japaner das Kommando, drängten die ÖFB-Elf durchgehend in die eigene Hälfte. Die erste Großchance folgte aber aus einer Standardsituation. Der ins ÖFB-Tor rotierte Rapid-Schlussmann Payer faustete einen Freistoß von Endo nicht aus dem Gefahrenbereich, sondern Japan-Stürmer Tatsuya Tanaka direkt vor die Beine. Dieser traf völlig frei stehend nur das Lattenkreuz (22. Minute).

Kein einziger Schuss aufs japanische Tor
Während die Japaner durch Celtic-Superstar Shunsuke Nakamura in der Nachspielzeit eine weitere Topchance vorfanden (46. Minute/Payer parierte), gaben die Österreicher im gesamten Spiel nicht einen Schuss aufs Tor ab. Ein Verlegenheitsversuch von Mörz ging deutlich daran vorbei (11. Minute) - die gefährlichste Aktion in den ersten 45 Minuten und bezeichnend für die Harmlosigkeit der Hickersberger-Elf, die ab der 25. Minute vom eigenen Publikum mit der Moral nicht gerade förderlichen Pfiffen bedacht wurde.

Doch selbst eine Kabinenpredigt des Teamchefs änderte wenig an der fehlenden rot-weiß-roten Laufbereitschaft. Japan hätte neuerlich durch Tanaka verdient in Führung gehen können, der schoss aber drüber (48. Minute). Versuche von Nakamura fielen immer wieder zu unpräzise (16. Minute) oder zu schwach aus (57. Minute). Für Österreich kam Christoph Leitgeb Gefahr am nächsten. Der Salzburg-Flügelspieler setzte einen Freistoß aus großer Distanz auf das obere Tornetz (64. Minute).

Harnik verletzt sich
Nachdem Hickersberger schon in der 59. Minute Linz als zweiten Stürmer neben Kuljic gebracht hatte, folgte in der 75. Minute Jungstar Martin Harnik. Der Bremen-Legionär, der bei seinem Länderspiel-Debüt gegen Tschechien sofort getroffen hatte, schied aber bereits wenige Minuten später mit einer Knöchelverletzung aus. Während Japan-Keeper Kawaguchi 90 Minuten lang nicht einmal eingreifen musste, parierte Payer noch einen gefährlichen Schuss von Kengo Nakamura (83. Minute).

Österreich hat damit trotz des Sieges im Elfmeterschießen auch im zweiten Länderspiel der Geschichte in Klagenfurt keinen Treffer erzielt. 1994 hatte sich das ÖFB-Team im alten Stadion der Kärntner Landeshauptstadt Russland mit 0:3 geschlagen geben müssen. Auch im Länderspieljahr 2007 wartet Hickersberger nach sieben Partien (Torverhältnis 3:5) weiter auf den ersten vollen Erfolg in der regulären Spielzeit.

Nächstes Spiel gegen Chile
Den bis dato letzten Sieg hatten die Österreicher am 15. November des Vorjahres gegen Trinidad & Tobago (4:1) eingefahren. Die nächste Chance bietet sich bereits am Dienstag, wenn es zum Abschluss des "Turnier der Kontinente" in Wien gegen Chile geht. Die Südamerikaner hatten sich am Freitagabend im Ernst-Happel-Stadion der Schweiz mit 1:2 geschlagen geben müssen.
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