Facebook gibt es zu:

Facebook-Postings sind Gefahr für unsere Psyche

Wissenschaft
17.12.2017 14:48

Forscher des sozialen Netzwerks Facebook haben jetzt bestätigt, was viele Kritiker der zuckerbergschen Schöpfung schon lang vermuten: Wer zu viel Zeit auf Facebook verbringt und dabei womöglich neidvoll auf die Beiträge seiner Bekanntschaften blickt, kann schlechte Laune und schlimmstenfalls gar eine Depression ausfassen. Das Gegenmittel der Facebook-Forscher: Mehr posten und weniger mitlesen!

Intensive Facebook-Nutzung verändert die menschliche Psyche. Das sagen nicht nur ehemalige Manager des sozialen Netzwerks wie Chamath Palihapitiya oder Napster-Gründer Sean Parker, der kürzlich meinte: "Es stört wahrscheinlich auf komische Weise eure Produktivität. Gott allein weiß, was es mit den Gehirnen unserer Kinder macht." Auch bei Facebook selbst erforscht man die Folgen von exzessivem Facebook-Gebrauch.

Am Facebook-Firmenblog räumen nun zwei Forscher ein, dass der Konsum von Facebook-Postings tatsächlich Einfluss auf unsere Psyche nehmen kann. Postings darüber, wie toll doch der Traumurlaub in der Südsee sei oder wie sehr man sich nicht über die jüngste Beförderung freue, können bei jenen, die diese Beiträge konsumieren, Neid und Missgunst auslösen. Schlimmstenfalls kann es zu ernsten psychischen Problemen wie Depressionen kommen.

(Bild: thinkstockphotos.de)

Facebook macht unglücklicher als ein Plausch
Als Beleg berichten die Facebook-Forscher unter anderem von einer Studie der Universität Michigan. Dort wurden Studenten einen Tag lang immer wieder zehn Minuten lang mit Facebook-Postings konfrontiert. Am Ende waren die Facebook-Postings lesenden Studenten mental in einer deutlich schlechteren Verfassung als eine Vergleichsgruppe, die das persönliche Gespräch mit anderen Menschen suchte.

Sich von Facebook abzumelden und das soziale Netzwerk einfach zu meiden, ist für die Forscher, die von Facebook bezahlt werden, natürlich kein wirksames Gegenmittel gegen solche Probleme. Sie empfehlen stattdessen, Facebook nicht nur passiv zu konsumieren, sondern auch selbst mehr zu posten. Insbesondere die Diskussion mit anderen Nutzern unter einem Beitrag hebe die Laune wieder, so die Forscher.

Facebook-Chef Mark Zuckerberg (Bild: AP)
Facebook-Chef Mark Zuckerberg

Facebook will Interaktion stärker fördern
Dieses Verhalten will man nun auch aktiv fördern. Auf Anweisung von Facebook-Gründer Mark Zuckerberg arbeite man gerade daran, die soziale Interaktion und Diskussion zwischen den Nutzern zu fördern. So habe man beispielsweise Algorithmen eingeführt, die dafür sorgen sollen, dass die Nutzer weniger klickträchtige Aufreger-Nachrichten sehen und stattdessen wieder mehr Beiträge ihrer Freunde zu Gesicht bekommen.

Außerdem arbeite man an neuen Funktionen: "Take a Break" beispielsweise soll frisch Getrennten helfen, vorübergehend die Postings ihrer Verflossenen aus der Timeline zu tilgen. Und mit der "Snooze"-Funktion sollen einzelne Nutzer, die mit besonders vielen Postings nerven, temporär zum Schweigen gebracht werden.

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