Do, 21. Juni 2018

Nach Streit um Hof

26.09.2017 13:15

Bruder in Hintern geschossen: Teilbedingte Haft

Erst bekamen sie sich in die Haare, dann einer von ihnen ein Gewehr zu fassen: Ein Streit unter Brüdern um die Zukunft des gemeinsamen Bauernhofes war am 25. April in Oberösterreich vollends eskaliert, als der Ältere dem Jüngeren in den Hintern schoss und den Mann schwer verletzte. Bei der Festnahme wehrte sich der erboste 58-Jährige gegen die Beamten. Am Dienstag wurde er wegen absichtlich schwerer Körperverletzung und Widerstands gegen die Staatsgewalt zu 18 Monaten teilbedingt verurteilt.

Die beiden Brüder bewirtschaften einen Bauernhof. Am 25. April gerieten sie wieder einmal in Streit, unter anderem darüber, ob man weiter Rinder halten oder doch lieber auf Ackerbau umstellen solle. Der Jüngere habe ihn geärgert, sagte der Angeklagte. Also sei er ins Haus gelaufen und habe ein Gewehr geholt, sein Bruder hatte sich in der Zwischenzeit versteckt. Als er ihn fand, schoss er, traf ihn am Gesäß und verletzte ihn schwer.

Wollte Bruder nicht verletzen, "nur erschrecken"
Ob er öfter mit dem Gewehr hantiere, wo er doch aus fast 20 Metern Entfernung und trotz Dämmerung getroffen habe, wollte Richterin Claudia Lechner wissen. "Wir haben die Waffe halt früher zum Sauschießen benutzt", meinte der Angeklagte. Er habe seinen Bruder aber nicht verletzen wollen, betonte er, "nur erschrecken". Der Angeklagte schilderte, dass er mit seinem angeschossenen Bruder, der vor Gericht nicht aussagen wollte, ins Haus gegangen sei und dieser die Rettung gerufen habe. Er selbst sei dann wieder zurück in den Stall gegangen.

"Im Krieg werden auch Leute erschossen"
Als die Polizei kam und ihn festnehmen wollte, erklärte er den Beamten geradeheraus, dass er dafür jetzt "keine Zeit" habe, und wehrte sich gegen die Verhaftung. Schließlich konnte er gebändigt und mitgenommen werden, ohne dass es weitere Verletzte gab. Als ihn die Beamten mit dem Vorwurf, auf seinen Bruder geschossen zu haben, konfrontierten, meinte er lapidar: "Im Krieg werden auch Leute erschossen."

Während des Prozesses am Dienstag gab sich der Landwirt weitaus gesitteter. Er könne sich selbst nicht erklären, wieso er das getan habe, meinte er. Das Gericht verurteilte ihn zu 18 Monaten Haft, davon sechs Monate unbedingt. Zudem bekam er einen Strafaufschub von einem Jahr gewährt. In der Zeit muss er aber eine Therapie machen und Bewährungshilfe in Anspruch nehmen. Das Urteil ist bereits rechtskräftig.

 krone.at
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