Fr, 17. August 2018

Oberhirte fixiert

30.09.2017 21:10

Neuer Bischof bewegt mit seinen Predigten

Die Entscheidung ist gefallen. Der Steirer Hermann Glettler wird neuer Bischof von Innsbruck. Der 52-Jährige war bereits in der Diözese Graz-Seckau als Oberhirte im Gespräch. Er gilt als weltoffen, kunstsinnig und ist vor allem für sein großes soziales Engagement bekannt. Seine Wahl ist ein Signal des Aufbruchs.

Der Vatikan ist immer für eine Überraschung gut. Auch diesmal fällte er nach langem Zögern eine Entscheidung, mit der in Tirol niemand gerechnet hatte. Eine Entscheidung, die jedoch nachvollziehbar und überaus stimmig ist. Denn mit dem 52-jährigen Hermann Glettler wurde ein Kirchenmann für die Diözese Innsbruck ausgewählt, der - ebenso wie Papst Franziskus - betont offen auf die Menschen zugeht und nicht müde wird, für Benachteiligte und Arme einzutreten.

Theologie und Kunst

Hermann Glettler wurde 1965 in Übelbach, einer knapp 2000 Einwohner zählenden Gemeinde nordwestlich von Graz, geboren.  Nach der Matura am Bischöflichen Seminar und Gymnasium studierte er Theologie und Kunstgeschichte in Graz, Tübingen und München. 1991 wurde er schließlich zum Priester geweiht. Kunst und Theologie begleiten den 52-Jährigen bis heute. Er selbst sprach in einem "Krone"-Interview bescheiden von seinem Kunstsinn als "qualifiziertes Hobby", im Gegensatz zu seiner "Berufung" als Pfarrer und Seelsorger. Glettler sieht sich als Kunstvermittler, er ist aber auch selbst Künstler.

Der "Armenpfarrer"

Sein soziales Engagement brachte dem 52-Jährigen auch den Beinamen "Armenpfarrer" ein. Als Priester im multikulturellen Bezirk Gries in Graz engagierte er sich besonders auch für Flüchtlinge. "Sich gegen die demografischen und weltanschaulichen Entwicklungen einseitig defensiv zu verhalten, wird keine Zukunft haben", meint er dazu.

Ausgezeichnete Predigt

So manchen Widerstand hat der Kirchenmann schon überwinden müssen. Doch seine bunten und fröhlichen Gottesdienste waren stets gut besucht. Auch, weil Glettlers Predigten, für die er bereits ausgezeichnet wurde, viele Menschen zu bewegen vermögen und sie zum Nachdenken bringt.

Berufung zu Höherem

Im Vorjahr wurde der Steirer zum Bischofsvikar für Caritas und Evangelisation in der Diözese Graz-Seckau bestellt. Dort überrascht es niemanden, dass Glettler zu Höherem berufen wurde. Schon 2015 war er im Gespräch für das Bischofsamt in Graz-Seckau. Jetzt wird er nach Manfred Scheuer der fünfte Bischof der Diözese Innsbruck.

Claudia Thurner, Kronen Zeitung

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