Do, 15. November 2018

Einwanderungspolitik

06.09.2017 08:19

Entsetzen über Trump: "Das ist nicht Amerika!"

Pures Entsetzen herrscht über US-Präsident Donald Trumps Entschluss, jenes Programm, das im jungen Alter illegal eingewanderte Migranten vor der Ausweisung schützt, aufzuheben. Tausende Menschen versammelten sich am Dienstag auf den Straßen der US-Metropolen, um gegen die Einwanderungspolitik des Präsidenten zu demonstrieren. "Das ist nicht Amerika!", war immer wieder zu hören.

Das unter der Regierung von Barack Obama im Jahr 2012 erlassene Programm "Deferred Action for Childhood Arrivals", kurz DACA, gewährt Hunderttausenden im jungen Alter illegal eingereisten Menschen ein Aufenthaltsrecht. Sie sind in den USA groß geworden, dort zur Schule gegangen, sie arbeiten dort und zahlen ihre Steuern.

Rund 800.000 jungen Migranten droht Abschiebung
Doch damit will Trump jetzt Schluss machen: Rund 800.000 sogenannten Dreamers (Träumern), die die USA seit Jahren als ihre einzige Heimat kennen, droht nun die Abschiebung. Und zwar eher früher als später: Wie es in einem von der US-Regierung ausgestellten Dokument, das dem Nachrichtensender CNN zugespielt wurde, heißt, dürfte die Uhr für Betroffene nämlich bereits ticken. So wird in dem Papier festgehalten, dass sich die "Dreamers" auf "ihre Ausreise vorbereiten" sollten. Fakt ist, der Kongress hat nun sechs Monate Zeit, um eine Regelung für die Betroffenen zu finden. Trump kündigte am Dienstagnachmittag über Twitter an, jedenfalls nicht locker lassen zu wollen.

"Das bricht mir das Herz"
In zahlreichen US-Metropolen reagierten die Menschen lautstark auf Trumps Entschluss: Tausende gingen auf die Straßen, um sich schützend vor die Betroffenen zu stellen. "Dieser Entschluss bricht mir das Herz. Das hat nichts mit der Freiheit zu tun, die dieses Land eigentlich verkörpern sollte. 'Dreamers' gehören zu Amerika", zeigt sich etwa die 21-jährige Ellen im Gespräch mit krone.at in Los Angeles schockiert.

"Das ist nicht Amerika! Man sollte Menschen, die sich hier integrieren, helfen - und sie nicht abschieben", findet auch Yvonne (38). "Es ist unfair, diese jungen Menschen auszuweisen. Sie haben mitgeholfen, dieses Land zu dem zu machen, was es heute ist", wünscht sich die 63-jährige Glendalyn eine zweite Chance für die Betroffenen.

"Das ist einfach nicht gut"
Mitgefühl für die "Dreamers" empfindet Jason (29): "Ich habe einen Freund, der nun in Angst lebt. Es tut mir so leid." Und auch der 63-jährige Rick kann sein Entsetzen kaum in Worte fassen: "Das ist eine üble Sache. Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Das ist einfach nicht gut."

Obama: "Falsch" und "grausam"
Deutliche Worte fand auch Ex-Präsident Obama am Dienstag auf seiner Facebook-Seite: "Diese 'Dreamers' sind in ihren Herzen Amerikaner, sie sind es in ihrer Seele, in jeglicher Art - nur in einer nicht: auf dem Papier. Sie wurden vielleicht schon als Säuglinge von ihren Eltern in dieses Land gebracht. Sie kennen nicht mal ein anderes Land als das unsere." Diese jungen Menschen zu bestrafen sei daher "falsch" und "grausam".

Charlotte Sequard-Base
Charlotte Sequard-Base

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