Mo, 20. August 2018

Essstörung

05.07.2017 06:00

Mit jedem Problem kommt eine Fressattacke

Braten aus dem Kühlschrank von gestern, eine ganze Tafel Schokolade, eine Packung Käse, Snacks, Joghurt, Gurkerln - gegessen wird wahllos. Denn bei der "Binge-Eating-Störung" kommt es zu Kontrollverlust. Menschen mit dieser Krankheit nutzen Nahrungsaufnahme als Konfliktlöser. Bis zu fünf Prozent der Bevölkerung ist betroffen.

"Bei ,Binge Eating`handelt es sich um eine psychisch bedingte Essstörung, bei der unverhältnismäßig große Nahrungsmengen in kurzer Zeit zu sich genommen werden - obwohl gar kein oder kein derart starkes Hungergefühl vorhanden ist ", erklärt Daniela Feichtenschlager, Psychotherapeutin am Klinikum Wels‐Grieskirchen. "Betroffene verfügen über eine geringe Konfliktfähigkeit, haben einen hohen Perfektionsanspruch, nehmen ihr eigenes Körperbild aber verzerrt wahr." Emotionen können nicht gut verarbeitet und eingeordnet werden. Deshalb fehlt auch das Sättigungsgefühl. Es entsteht eine Art Suchtverhalten.

Krankheit beginnt schleichend
Bemerkbar macht sich die Störung meist im Alter zwischen 20 und 30 Jahren, nicht nur Frauen, auch Männer können daran leiden. Verursacher sind, laut Feichtenschlager, einerseits genetische Faktoren, aber auch familiäre Konflikte, traumatische Erfahrungen und Störungen in der Identitäts- und Persönlichkeitsentwicklung. "Die Krankheit baut sich langsam auf, es ist ein schleichender Prozess, deshalb muss sie umfassend behandelt werden." Im Vordergrund stehen dabei die Normalisierung des Essverhaltens und die Behandlung der zugrundeliegenden psychischen Defizite. "Das Ziel der Therapie ist daher nicht zuerst die Gewichtnormalisierung, sondern das Wiedererlangen eines kontrollierten Essverhaltens." Dafür werden spezielle Programme angeboten.

Karin Podolak, Kronen Zeitung

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