20.11.2006 08:57 |

Organisationstalent

Fußball Manager 07

Nichts als Ärger. Hannes Kartnig führt seinen Verein, den SK Sturm, in den finanziellen Abgrund. Die Finanzen können doch kein Problem sein, dass könnte doch jeder andere besser machen. Die Spielereinkäufe von diesem Schöttel waren doch wirklich das allerletzte, stimmen die Fans in den Chor der Kritiker mit ein. Selbst hätte man doch niemals diesen Spieler geholt, dafür den anderen, der hätte sicher eingeschlagen. Was ist bitte dem Hickersberger bei dieser Aufstellung bloß eingefallen? So werden wir doch nie etwas gewinnen, denn jeder Österreicher ist der bessere Teamchef und weiß natürlich die perfekte Formation und Taktik.

Reden ist leicht, aber den tatsächlichen Beweis zu erbringen, der bessere Manager, Sportdirektor oder Trainer zu sein, ist nicht so einfach. Denn probehalber einmal das Nationalteam zu coachen, ist wohl eher utopisch. Abhilfe schafft hier der "Fußball Manager 07" von EA Sports.

Nach dem Start erscheint eine vom Vorgänger bereits vertraute Oberfläche. Je nach Lust und Laune kann nun die Funktion des Trainers, Sportdirektors, Managers oder alle Posten selbst übernommen werden. Grundsätzlich stehen die Hauptkategorien Zentrale, Mannschaft, Verein, Marketing/PR und Gebäude zur Verfügung.

Für den Trainer heißt es zum Beispiel die Trainingspläne zu erstellen, die Gegneranalysen vor dem nächsten Spieltag eingehend zu studieren, um die passende Aufstellung und Taktik auszutüfteln, unzufriedene Spieler wieder zu motivieren oder mittels individuellem Training deren Fähigkeiten zu verbessern. Sollte dies noch nicht genug Auslastung bedeuten, können sowohl die B-Mannschaft als auch die Jugend mitbetreut werden.

Die ganz ehrgeizigen übernehmen dann noch nebenbei ein Nationalteam, wobei hier natürlich am Anfang nur Teams wie Mazedonien mit einem Vertrag locken. Erst mit zunehmendem Erfolg winken Verträge bei Spitzenmannschaften.

Als Sportdirektor stehen wiederum knifflige Vertragsverhandlungen sowie die Sichtung des Transfermarkts an, um das Team weiter zu verstärken.

Der Manager schlussendlich muss die Begehrlichkeiten finanziell irgendwie unter einen Hut bringen - ohne den Verein zu überschulden. Dazu zählt neben der Vermarktung auch die Stadionentwicklung.

Dank der übersichtlichen und logischen Menüstruktur, die um sinnvolle Änderungen ergänzt wurde, lassen sich all diese Aufgaben leicht und einfach bewerkstelligen. So ist etwa beim Transfermarkt eine sehr hilfreiche Suchfunktion hinzugekommen. Neu ist auch die Möglichkeit, das eigene Privatleben zu gestalten, wobei Heirat und Kinder nicht ausgeschlossen sind.

EA Sports bietet eine stattliche Anzahl von 60 lizensierten Ligen an. Für Österreich heißt dies, dass nicht nur Mannschaften der T-Mobile Bundesliga, sondern auch jene der Red Zac Erste Liga gemanagt werden können.

Herzstück ist die Spielpräsentation, die neben dem Textmodus auch eine auf einer älteren Fifa-Engine basierende 3D-Darstellung bietet. Diese wirkt in Anbetracht der aktuellen Möglichkeiten allerdings schon ein wenig angegraut. Hier kommt eine weitere Neuheit zum Tragen: Man kann nämlich einen Spieler auswählen, dessen Karriere man entscheidend mitgestalten möchte. Dies bedeutet, dass der Spieler im Spiel selbst gesteuert werden kann. Eine sehr gute Idee, die wesentlich zum Spielspass beiträgt.

Fazit: EA Sports hat es geschafft, nicht komplett alles wieder zu verändern, sondern an der letztjährigen Variante anzusetzen, konsequent Schwächen auszumerzen und sinnvolle, den Spielspass fördernde neue Features zu integrieren. "Fußball Manager 07" ist jedenfalls um Klassen besser als sein Vorgänger und kann jedem angehenden Teamchef, Sportdirektor oder Manager uneingeschränkt empfohlen werden.

Plattform: PC
Publisher: EA Sports
Krone.at-Wertung: 89%

von Harald Kaplan

Samstag, 08. Mai 2021
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