Mo, 16. Juli 2018

Wunsch erfüllt

26.03.2017 13:07

Schwer kranker Theo feierte Geburtstagsparty im OP

"So ein Fest hat sonst keiner!" Glückselig war Theo - und das, obwohl der kleine Oberösterreicher seinen sechsten Geburtstag im Krankenhaus verbringen musste. Das Ärzte- und Pflegeteam der Kinderonkologie im Linzer MedCampus IV ließ spontan den größten Wunsch des schwer kranken Buben in Erfüllung gehen: eine Geburstagsparty im Operationssaal!

"I feier' im OP und des is ka Schmäh": Mit diesen Worten wandte sich Theo am Vorabend seines Geburtstags an Oberärztin Melanie Tamesberger von der Kinderonkologie, wo der junge Mühlviertler seit 2014 wegen einer Bluterkrankung "Stammgast" ist. "Spontan haben alle mitgemacht", freut sich die Medizinerin und grinst hinter dem Mundschutz, weil die Überraschung trotz des stressigen Alltags gelang.

Theo mag die "grünen Menschen"
Geplant war der Geburtstag des Sechsjährigen natürlich außerhalb des Spitals, doch es kam leider anders. "Es kam eine Infektion dazu, und da mussten wir im Spital bleiben. Ansonsten sind wir zwar wöchentlich da, aber nur zur Untersuchung, ob alles passt", erzählt die Mutter des tapferen Buben im Gespräch mit der "Krone". Als klar wurde, dass Theo ausgerechnet an seinem Geburtstag im Spital bleiben muss, wünschte er sich kurzerhand eine Party direkt im Operationssaal. "Theo sagt immer, dass die 'grünen Menschen' so lieb zu ihm sind. Da wollte er mit ihnen feiern", so Mama Nicole (37).

Haubenstrauß und Luftballons aus Handschuhen
Frühmorgens um 7.15 Uhr, ehe der OP-Betrieb losging, holten Krankenschwestern, ein Zivildiener, die Turnusärztin und Tamesberger das Geburtstagskind im Zimmer ab und gingen samt Mama Nicole zum Operationssaal. Dort verpasste Arzt Simon Kargl dem strahlenden Theo einen OP-Kittel, samt Haube und Mundschutz. Im OP warteten weitere Gratulanten mit einem Blumenstrauß, gefertigt aus OP-Hauben, zu Luftballons aufgeblasenen Gummihandschuhen und Geschenken. "Die Betreuung hier geht weit über das hinaus, was man sich erwartet und erhofft. Wir können uns nur bedanken bei diesem großartigen Team", freut sich die Mutter des Buben.

"Gesungen haben sie auch für mich!"
"Schau, wie schön der Strauß ist" - auch sechs Stunden nach der Überraschungsparty saß Theo noch immer im "OP-Gwandl" in seinem Zimmer, hielt den Haubenstrauß fest! "Gesungen haben sie auch für mich", erzählt der sechsjährige Schulanfänger ganz stolz, den nach der Party seine Oma und Schwester Marie (9) abholten.

Noch an seinem Geburtstag durfte Theo nach elf Tagen in der Klinik wieder heim ins Mühlviertel. Wo natürlich der Rest der Familie schon sehnsüchtig auf den kleinen Mann, der sein Schicksal so tapfer und voller Lebensfreude meistert, wartete. "Er wünscht sich als Geschenk ein Warndreieck", verrät die Mutter des Buben, der am Montag wieder den Kindergarten besuchen darf. "Die Party wird sicher das Erste sein, das er im Kindergarten erzählt. Und den Strauß wird er sicher auch herzeigen", ist sich Mama Nicole sicher.

Mutter: "Leider sind nicht alle Erfahrungen so positiv"
Theo selbst ist von seiner Feier sogar so begeistert, dass er schon bald wieder ins Spital will. "Das müssen wir aber hoffentlich nicht, weil leider sind nicht alle Erfahrungen so positiv und lustig wie diese OP-Überraschungsparty", so die 37-Jährige.

Markus Schütz, Kronen Zeitung

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